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Nach dem vereitelten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug hat die US-Justiz offiziell Anklage gegen den mutmaßlichen Attentäter erhoben. Die Ermittler fragen sich unterdessen, welches Motiv der Sohn eines angesehenen nigerianischen Bankers hatte - und wie es um seine angeblichen Al Kaida-Kontakte steht.
Von Ralph Sina, WDR-Hörfunkstudio Washington
Der Mann sei offenbar von Al Kaida-Mitgliedern im Jemen trainiert und mit Material versorgt worden, sagten Sicherheitsbeamte und ein Kongressmitglied für Heimatschutz nach den ersten ausführlichen Vernehmungen des 23-jährigen Nigerianers. Und sie betonten, er sei nach seinem Jemen-Aufenthalt offenbar fest entschlossen gewesen, die Delta-Passagiermaschine über amerikanischem Territorium zum Absturz zu bringen.
[Bildunterschrift: In Amsterdam stieg der Täter um. Unklar ist, wie er den Sprengsatz durch die Sicherheitskontrollen bringen konnte. ]
Ein Richter las unterdessen Umar Farouk Abdulmutallab die Anklageschrift vor. Die US-Justiz legt dem Mann zur Last, er habe einen Sprengsatz an Bord gebracht und die Maschine zerstören wollen. Nach ersten FBI-Analysen handelte es sich dabei um einen hochexplosiven nitroglycerin-ähnlichen Sprengstoff. Hätte der Plan des Ingenieurstudenten Erfolg gehabt, wären Dutzende von unschuldigen Menschen getötet oder verletzt worden, sagte US-Justizminister Eric Holder.
Laut Augenzeugenberichten hielt sich Abdulmutallab vor dem Attentatsversuch rund zwanzig Minuten lang auf einer Toilette des Flugzeugs auf. Als er zu seinem Sitzplatz zurückkehrte, soll er über Magenschmerzen geklagt und sich unter einer Decke verhüllt haben. Kurze Zeit später gab es ein Geräusch wie bei einer kleinen Explosion und die Kleidung des Mannes fing Feuer. In der Nähe seines Sitzes entdeckten FBI-Ermittler später eine geschmolzene Spritze, mit der der Mann ein an seinem Bein befestigtes Pulvergemisch offensichtlich hatte zur Explosion bringen wollen.
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Seit Anfang November tauchte Abdulmutallabs Name in einer zentralen US-Datei mit den Namen von 400.000 potentiellen Terroristen und mutmaßlichen Terrorsympathisanten auf. Doch die amerikanischen Sicherheitsbehörden verfügten über zu wenige Informationen, um ihn auf eine ihrer sogenannten Flugverbotslisten zu setzen.
Der 23-Jährige hatte in London studiert, er ist der Sohn eines nigerianischen Ex-Ministers und bekannten Bankenchefs. Nach Informationen des US-Kongresses in Washington hatte sich der Vater vor einem Monat in der US-Botschaft der nigerianischen Hauptstadt Abuja besorgt über die Radikalisierung seines Sohnes geäußert. Doch der Vater hatte keine detaillierten und belastbaren Informationen, die es den USA erlaubt hätten, Abdulmutallab die Einreise in die USA zu verweigern und sein bis Juni 2010 geltendes Besuchervisum rückgängig zu machen.
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