Trümmer des Hauses der mutmaßlichen spanischen Terrorzelle in Alcanar (17.07.2017) | Bildquelle: AP

Anschläge in Spanien Terrorachse Barcelona-Brüssel?

Stand: 23.08.2017 14:34 Uhr

In den Trümmern des Hauses der katalanischen Terrorzelle sind offenbar mehrere Flugtickets nach Brüssel aufgetaucht. Alles deutet auf eine enge Zusammenarbeit zwischen marokkanischen Terroristen in Belgien und Spanien hin. Gibt es eine neue Terrorachse?

Von Ralph Sina, ARD-Studio Brüssel

Es ist ein weiteres Indiz für die Terrorachse Barcelona-Brüssel: Nach Informationen der belgischen Tageszeitung "Le Soir" wurde in den Trümmern des Hauses im katalanischen Alcanar, in dem die Terroristen 120 Gaskartuschen horteten, Flugtickets nach Brüssel gefunden. Ausgestellt auf den Namen des Imam, der die Barcelona-Terroristen offenbar radikalisierte. Imam Abdelbaky Es Satty plante also nach dem Barcelona-Anschlag einen Flug in die belgische Hauptstadt. Brüssel war dem Imam vertraut: Hierhin reiste der Spanier bereits Anfang vergangenen Jahres.

Als Tourist sei der gebürtige Marokkaner aus Spanien eingereist, bestätigt der Bürgermeister des Brüsseler Vorortes Vilvoorde, Hans Bonte, dem belgischen Rundfunksender de Redaktie.

Ralph Sina, ARD Brüssel, zu den Ermittlungen in Spanien
tagesschau24 11:00 Uhr, 23.08.2017

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Imam bei Brüssel-Anschlägen vor Ort

Von Januar bis Ende März 2016  hielt sich der spanische Imam in den Brüsseler Vororten Vilvoorde und Diegem auf - also vor und während des Anschlags auf den Flughafen und eine Metro-Linie. Er predigte sogar in der Moschee von Diegem. Und zwar so radikal, dass die muslimische Gemeinde die belgische Polizei darum bat, den Mann zu überwachen.

Doch nach dem Terroranschlag von Brüssel konnte Es Satty problemlos nach Spanien zurückreisen. Er wurde auch nicht gefunden, als belgische und katalanische Anti-Terrorexperten im April 2016 gemeinsame Razzien in und um Barcelona durchführten.

Polizei findet echten Sprengstoffgürtel

Die spanische Polizei hat im Versteck der Terrorzelle von Katalonien einen echten Sprengstoffgürtel gefunden. Der Gürtel sei bei der Durchsuchung des eingestürzten Hauses entdeckt worden, sagte ein Sprecher. Die sechs von der Polizei getöteten Mitglieder der Zelle hatten nur Attrappen und keine echten Sprengstoffgürtel getragen.

Enge spanisch-belgische Zusammenarbeit

Seit dieser Razzia war der spanischen und belgischen Polizei klar, dass es eine enge spanisch-belgische Kooperation zwischen radikalisierten marokkanischen Einwanderern gibt - und eine Terrorgefahr für Barcelona. Denn bei der spanisch-belgischen Razzia im April 2016 wurden neun Männer in und um Barcelona verhaftet. Vier von ihnen hatten nach Informationen von "Le Soir" Kontakt zu den Drahtziehern des Brüssel-Attentats. Zwei der radikalisierten marokkanischen Zuwanderer aus Spanien hielten sich während des Brüssel-Anschlags sogar in der belgischen Hauptstadt auf und kommunizierten per Handy mit den Brüssel-Attentätern. 

Engen Kontakt zu dem belgischen Terroristen Abdelhamid Abaaoud, dem mutmaßlichen  Koordinator des Anschlags von Paris, hatte auch der aus Marokko stammende Mann, der im Thalys Amsterdam-Paris im August 2015 versuchte, Passagiere zu töten. Sein Name: Ayoub El Khazani. Jahrelang lebte der marokkanische Zuwanderer in Spanien, bevor er zu seiner Schwester nach Brüssel zog.  

Terrorachse: Marokko-Spanien-Belgien
tagesschau 20:00 Uhr, 23.08.2017, Michael Grytz, ARD Brüssel

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Marokkanische Terrorgruppe hinter Madrid-Attentat 2004

Nach Einschätzung belgischer Terrorismusexperten gibt es seit mehr als zehn Jahren eine enge Zusammenarbeit zwischen marokkanischen Terrorzellen in Belgien und Spanien. Der blutigste Terroranschlag auf europäischem Boden, das Attentat  auf den Bahnhof Atocha in Madrid mit 191 Toten am 11. März 2004, wurde von einer Terrorgruppe namens "Islamische Gruppe marokkanischer Kämpfer" organisiert, die ihre Basis in Brüssel nahe des Bahnhofs Gare du Nord hatte.

Die Königreiche Belgien und Spanien haben nach Einschätzung des Terrorexperten Alain Grignard von der Universität Lüttich eines gemeinsam: eine hohe Zahl terrorbereiter Zuwanderer aus Marokko. Viele der in Belgien lebenden Marokkaner unterhalten nach Grignards Untersuchungen enge Beziehungen zu ihren Landsleuten in Spanien. Sie reisen über Spanien nach Belgien und von Belgien über Spanien zu ihren Verwandten in Marokko. Es gebe eine regelrechte "Terrorachse Marokko-Spanien-Belgien" sagte der Islam- und Terrorexperte Alain Grignard der Zeitung "Le Soir".

Indiz für Terrorachse Barcelona-Brüssel
Ralph Sina, WDR Brüssel
23.08.2017 12:42 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. August 2017 um 11:00 Uhr.

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