Charleroi | Bildquelle: AFP

Zwei Monate nach Terrorserie Weitere Verstecke der Pariser Attentäter entdeckt

Stand: 13.01.2016 15:18 Uhr

Zwei Monate nach den Anschlägen von Paris hat die belgische Polizei weitere Verstecke der Attentäter in Charleroi und Auvelais gefunden. In Paris eröffnete unterdessen ein drittes damals angegriffenes Café wieder für Besucher.

Die belgische Polizei hat zwei weitere Verstecke der Attentäter von Paris entdeckt. Ein Apartment in der Stadt Charleroi und ein Haus in Auvelais seien von den Verdächtigen genutzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Es seien die Fingerabdrücke des mutmaßlichen Drahtziehers Abdelhamid Abaaoud und DNA des Selbstmordattentäters Bilal Hadfi gefunden worden. Die Wohnung und das Haus seien unter falschen Namen angemietet und bar bezahlt worden. Abaaoud war wenige Tage nach den Anschlägen vom 13. November bei einer Razzia erschossen worden.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft bekanntgegeben, bei einer Anti-Terror-Aktion am 10. Dezember eine Wohnung in der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek entdeckt zu haben, die mutmaßlich als Versteck und Bombenfabrik genutzt wurde. Dort wurden auch Fingerabdrücke des flüchtigen Salah Abdeslam gefunden, der für die Logistik der Anschlagsserie verantwortlich sein soll.

Pariser Café wieder eröffnet

Café Le Carillon | Bildquelle: REUTERS
galerie

Café Le Carillon

Unterdessen eröffnete ein weiteres der damals angegriffenen Cafés in Paris. Das "Le Carillon" ist nach wie vor ein Gedenkort für viele Angehörige der Opfer. Frische Blumen und Fotos der Getöteten liegen auch heute noch dort. Zwei weitere Lokale, die am 13. November ebenfalls von Extremisten attackiert wurden, können bereits wieder besucht werden.

Bei den Anschlägen von Paris kamen 130 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen in der nach wie vor geschlossenen Konzerthalle Bataclan.

Drei radikale Gruppen verboten

Die französische Regierung verbot drei radikale islamische Vereinigungen. In der französischen Republik sei "kein Platz für Gruppen, die zu Terrorismus und Hass aufrufen", sagte Innenminister Bernard Cazeneuve. Die drei Vereinigungen betrieben eine Moschee im östlich von Paris gelegenen Lagny-sur-Marne, die Anfang Dezember geschlossen worden war.

Möglich sind die harten Maßnahmen wegen des derzeit in Frankreich geltenden Ausnahmezustands. Die Moschee in Lagny-sur-Marne galt als salafistisch. Bei Durchsuchungen im Dezember waren dort unter anderem Munition und Propagandamaterial beschlagnahmt worden. Cazeneuve begründete nun die Entscheidung des Kabinetts zum Verbot der Gruppen damit, dass deren Anführer in den vergangenen Jahren "zum Hass und zum Dschihad aufgerufen" hätten.

Paris-Attentat in drei Wohnungen in Belgien vorbereitet
R. Sina, ARD Brüssel
13.01.2016 15:37 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: