Atomkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa | Bildquelle: dpa

Nach GAU von Fukushima Tepcos Meiler bestehen Sicherheitschecks

Stand: 04.10.2017 10:15 Uhr

Zum ersten Mal seit der Atomkatastrophe von Fukushima haben Reaktoren des Kraftwerksbetreibers Tepco zum Betrieb notwendige Sicherheitschecks bestanden. Die Meiler dürfen damit wieder hochgefahren werden - wenn denn die zuständigen Kommunen zustimmen.

Der japanische Energiekonzern Tepco, Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima und durch die Folgen nahezu Pleite, kann erstmals seit der Nuklearkatastrophe wieder auf einnahmen hoffen. Japans Atomaufsicht erklärte zwei Reaktoren des Konzerns für sicher: Die beiden Meiler des weltgrößten Atomkraftwerks Kashiwazaki-Kariwa hätten die verschärften Sicherheitheitsauflagen, die nach der Havarie in Fukushima eingeführt worden waren, erfüllt, teilte die Behörde mit.

Kommunalregierung muss noch zustimmen

Tepco hatte zuvor mitgeteilt, wieder einen Reaktor hochfahren zu wollen, um Geld in die leeren Kassen zu bekommen. Denn das Unternehmen muss für Entschädigungen und Dekontaminierung zahlen - und die Kosten hierfür sind weitaus höher als zunächst veranschlagt.

Bis die Reaktoren wieder laufen, wird aber wohl noch einige Zeit vergehen: Der Gouverneur der betroffenen Provinz Niigata lehnt einen Neustart des AKW so lange ab, bis Tepco die Untersuchung der Fukushima-Katastrophe abgeschlossen hat. Das könnte noch bis zu vier Jahre dauern. Massiven Widerstand gibt es auch seitens der japanischen Bevölkerung.

Atomkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa | Bildquelle: dpa
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Japans Atomaufsicht hat erstmals seit der Katastrophe in Fukushima zwei Reaktoren des verantwortlichen Betreiberkonzerns Tepco für sicher erklärt.

Japan hält an Atomkraft fest

Im Atomkraftwerk Fukushima im Nordosten Japans war es im März 2011 in Folge eines schweren Erdbebens und gewaltigen Tsunamis zu Kernschmelzen in drei Reaktoren gekommen. Die Region um die Unglücksreaktoren musste daraufhin evakuiert werden. Tepco wurde für eklatante Sicherheitsmängel verantwortlich gemacht.

Als Konsequenz aus der Katastrophe hatten zwischenzeitlich zwei Jahre lang alle 48 kommerziellen Reaktoren in Japan stillgestanden. Die rechtskonservative Regierung hält jedoch an der Atomkraft weiter fest - obwohl eine breite Mehrheit der Japaner für einen Ausstieg aus der Atomenergie ist.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Oktober 2017 um 08:00 und 09:00 Uhr in den Nachrichten.

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