Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
Eine hölzerne Brücke sorgt seit Wochen für Spannungen zwischen Juden und Muslimen in Jerusalem. Israel will die Brücke, die zum Tempelberg führt, abreißen lassen, da diese eine Gefahr darstelle. Die Muslime sehen in der Schließung dagegen einen "gewalttätigen Akt".
Von Sebastian Engelbrecht, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv
[Bildunterschrift: Holz des Anstoßes: Die Mughrabi-Brücke in Jerusalem ]
Die Stadtverwaltung von Jerusalem hat die Sperrung einer hölzernen Brücke angeordnet, die zum Tempelberg führt. In einer Erklärung der Stadtverwaltung heißt es, die Mughrabi-Brücke könne zusammenbrechen oder Feuer fangen. Über die umstrittene Brücke erreichen vor allem Touristen, jüdische Pilger und Polizisten den Tempelberg. Die Muslime nutzen andere Zugänge.
Insgesamt existieren 15 Eingänge zu den heiligen Stätten. Von diesen sind nach der Sperrung der Brücke zehn weiterhin geöffnet. Auf dem Berg in der Jerusalemer Altstadt befand sich früher der israelitische Tempel. Seit dem 7. Jahrhundert nach Christus stehen dort die Al-Aksa-Moschee und der Felsendom - heilige Stätten des Islam.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte den Abriss der baufälligen Holz-Brücke angeordnet. Vor zwei Wochen hatte er diesen Schritt aber wegen Protesten aus Ägypten und Jordanien wieder verschoben. Die israelische Regierung will anstelle des hölzernen Zugangs eine stabile Brücke bauen.
Ein Sprecher der islamistischen Hamas, Fawzi Barhoum, erklärte in Gaza, die Schließung der Mughrabi-Brücke sei ein Angriff auf die Heiligen Stätten des Islam. Die Gebäude auf dem Tempelberg gelten als drittwichtigstes Heiligtum des Islam. Dies sei ein ernst zu nehmender Schritt, der das Schema der zionistischen Aggression gegen die Al-Aksa-Moschee zeige, sagte Barhoum. Es handle sich um einen "gewalttätigen Akt", so Barhoum.
Auch ein Sprecher von Palästinenserpräsident Machmud Abbas verurteilte die Sperrung der Brücke. Nach Ansicht der Palästinenser ist Israel nicht befugt, Bauarbeiten an den Heiligen Stätten des Islam anzuordnen.
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW