Abbau von Detektoren am Tempelberg | Bildquelle: AP

Konflikt um Tempelberg Israel baut Metalldetektoren ab

Stand: 25.07.2017 03:02 Uhr

Die israelische Regierung beendet den Einsatz von Metalldetektoren am Tempelberg. Das entschied das Sicherheitskabinett nach den jüngsten Unruhen. Angesichts der gewalttätigen Konflikte um die Zugangsrechte zu den heiligen Stätten hatten die UN zuvor eine rasche "Lösung" gefordert.

Nach den jüngsten Unruhen entfernt Israel die nach einem Attentat an den Eingängen zum Tempelberg installierten Metalldetektoren. Das entschied das israelische Sicherheitskabinett laut dem Büro von Regierungschef Benjamin Netanjahu. Das Gremium habe auf Empfehlung aller Sicherheitsorgane entschieden, die Metalldetektoren durch "Sicherheitsinspektionen auf der Grundlage hoch entwickelter Technologien und andere Mittel" zu ersetzen.

Israel bricht Einsatz von Metalldetektoren ab
tagesschau 09:00 Uhr, 25.07.2017

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Vorerst mehr Polizei

Nach Angaben der Zeitungen "Haaretz" und "Jerusalem Post" wies das israelische Sicherheitskabinett der Polizei und dem Ministerium für Öffentliche Sicherheit umgerechnet rund 24 Millionen Euro zu, um das neue Sicherheitssystem vorzubereiten und zu realisieren. Die israelische Polizei wird den Angaben zufolge ihre Kräfte auf dem Gelände verstärken, bis die Maßnahmen umgesetzt sind.

Die technologische Lösung ist Ergebnis intensiver Diskussionen der Polizei mit führenden Sicherheitsfirmen in der vergangenen Woche, um eine Alternative zu den Metalldetektoren zu finden, wie die "Jerusalem Post" berichtete. Offenbar soll auch Software zur Gesichtserkennung zum Einsatz kommen. Was genau unter den "hoch entwickelten Technologien" zu verstehen ist, ist bislang allerdings unklar.

Das Kabinett habe zudem betont, dass Israel beabsichtige, den Status quo am Tempelberg zu erhalten, berichtete "Haaretz" unter Berufung auf einen hochrangigen Beamten, der bei dem Treffen der Sicherheitskabinetts dabei war.

Nach der blutigen Gewalt im Streit um Sicherheitsmaßnahmen am Tempelberg in Jerusalem hatte der zuständige UN-Sonderbeauftragte zuvor eine Lösung für den Konflikt noch diese Woche gefordert. "Es ist extrem wichtig, dass eine Lösung für die derzeitige Krise bis Freitag dieser Woche gefunden wird", sagte Nikolaj Mladenow, UN-Beauftragter für den Friedensprozess im Nahen Osten in New York. "Die Gefahren werden nur eskalieren, wenn wir ohne eine Lösung durch eine erneute Runde der Freitagsgebete gehen."

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Abbau der Metalldetektoren am Tempelberg

Tempelberg in Jerusalem
Tempelberg in Jerusalem

Der Eingang zum Tempelberg mit und ohne Metalldetektoren

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UN-Sondersitzung einberufen

Zuvor hatte Mladenow den UN-Sicherheitsrat hinter verschlossenen Türen über die aktuelle Lage im Nahen Osten unterrichtet. Schweden hatte zusammen mit Frankreich und Ägypten um die Sondersitzung gebeten.

"Wir hoffen, dass die Mitglieder des Rates eine klare Botschaft an die Beteiligten schicken, dass sie deeskalieren, sich zurückhalten und Provokationen vermeiden müssen", sagte der schwedische UN-Botschafter Carl Skau vor dem Treffen. Eine gemeinsame Erklärung der 15 Sicherheitsratsmitglieder gab es bislang nicht.

Der Tempelberg als edles Heiligtum

Drei arabische Attentäter hatten am 14. Juli am Tempelberg zwei israelische Polizisten getötet. Sie wurden dann selbst erschossen. Daraufhin hatte Israel Metalldetektoren installiert. Die Palästinenser sehen darin einen Versuch Israels, mehr Kontrolle über den Tempelberg zu gewinnen. Die Palästinenser-Regierung setzte aus Protest gegen die verstärkten Zugangskontrollen alle Kontakte zu Israel aus. Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas erklärte, die Beziehungen würden erst wieder aufgenommen, wenn die Metalldetektoren entfernt würden.

Der Tempelberg - auf Arabisch Al-Haram Al-Scharif (edles Heiligtum) - mit der Al Aksa-Moschee, dem Felsendom und der Klagemauer ist gläubigen Muslimen und Juden gleichermaßen heilig.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Juli 2017 um 06:00 Uhr.

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