Palästinenser diskutieren an einem Kontrollpunkt zur Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg mit israelischen Polizisten. | Bildquelle: AFP

Konflikt in Jerusalem Zugang zum Tempelberg eingeschränkt

Stand: 21.07.2017 12:07 Uhr

Bei einem Angriff in Jerusalems Altstadt wurden vergangene Woche zwei israelische Polizisten getötet. Nun verschärfen die Behörden die Sicherheitsvorkehrungen: Muslimischen Männern unter 50 Jahren ist der Zugang zum Tempelberg untersagt.

Nach den tödlichen Schüssen auf Polizisten hat Israel muslimischen Männern unter 50 Jahren den Zugang zum Tempelberg untersagt. Der Zugang zur Jerusalemer Altstadt und zum Tempelberg ist nur noch Männern ab dem Alter von 50 Jahren sowie den Frauen gestattet, erklärte die israelische Polizei. Bewohner dürfen in die Altstadt, wenn sie ihre Papiere vorzeigen.

Die Maßnahme wurde verkündet, nachdem entschieden worden war, dass die Metalldetektoren an den Zugängen zum Tempelberg vorerst bleiben. Die Anbringung von Detektoren und Überwachungskameras hatte die Spannungen zwischen Israel und Palästinensern verschärft. Viele Palästinenser weigern sich seitdem, die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg zu betreten.

Mehrere Verletzte am Tempelberg
tagesschau 17:00 Uhr, 21.07.2017, Susanne Glass, ARD Tel Aviv

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Metalldetektoren bleiben

Zum Freitagsgebet kommen normalerweise tausende Gläubige zum Tempelberg. Im Vorfeld war spekuliert worden, ob Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu die Entfernung der Metalldetektoren anordnen würde. Nach Beratungen mit den Geheimdiensten und dem Sicherheitskabinett entschied er sich aber dagegen.

Palästinenser beten am Rande der Altstadt von Jerusalem. Der Zugang zum Tempelberg ist ihnen versperrt. | Bildquelle: dpa
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Palästinenser beten am Rande der Altstadt von Jerusalem. Der Zugang zum Tempelberg ist ihnen versperrt.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bat die USA um Unterstützung im Konflikt um die Detektoren. Abbas habe Donald Trumps Berater Jared Kushner gesagt, die Situation sei sehr gefährlich und könne außer Kontrolle geraten, wenn Israel die Metalldetektoren nicht entferne, teilte ein Mitarbeiter von Abbas mit.

Der Tempelberg in Jerusalem

Der Tempelberg liegt am Rand der Altstadt von Jerusalem und gilt Juden und Muslimen, aber auch Christen als bedeutendes Heiligtum. An der Stelle, an der heute der Felsendom steht, soll Abraham, beziehungsweise Ibrahim - Stammvater der jüdischen, christlichen und muslimischen Religionen - von Gott den Auftrag bekommen haben, seinen Sohn Isaak zu opfern. Dadurch wollte Abraham seine Gottesfurcht beweisen. Gott verhinderte dies der Überlieferung zufolge jedoch in letzter Minute und gab sich mit einem Lammopfer zufrieden.

Darüber hinaus ritt nach islamischer Überlieferung der Prophet Mohammed von dieser Stelle aus mit seinem Pferd in den Himmel. Im Jahr 687 (christlicher Zeitrechnung) wurde dort mit dem Bau des Felsendoms begonnen. Zusammen mit der benachbarten Al-Aksa-Moschee und der Kaaba in Mekka zählt er zu den drei wichtigsten Heiligtümern des Islam.

Auch für Juden ist der Ort das wichtigste Heiligtum, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen. Der erste Tempel von König Salomon soll im 6. Jahrhundert v. Chr. von den Babyloniern zerstört worden sein. Der zweite wurde in der Zeit von König Herodes erbaut und von den Römern im Jahr 70 zerstört. Die Klagemauer am Fuß des Tempelbergs ist der Überrest der ehemaligen westlichen Stützmauer des zweiten Tempels.

Tödliche Angriffe auf Polizisten

Der Grund für die Maßnahmen: Vergangene Woche hatten drei arabische Israelis in der Jerusalemer Altstadt zwei israelische Polizisten erschossen. Sie wurden daraufhin von Sicherheitskräften getötet. Als Reaktion hatte Israel den Zugang zum Tempelberg ohne Rücksprache mit der muslimischen Frommen Stiftung (Wakf) zunächst geschlossen. Diese verwaltet die für jüdische und muslimische Gläubige gleichermaßen heilige Stätte. Israel ist für die Sicherheit zuständig. Am Sonntag wurde der Zugang zum Tempelberg wieder ermöglicht. Jetzt wurde er wieder eingeschränkt.

Der Tempelberg (Arabisch: Al-Haram Al-Scharif) ist das drittwichtigste Heiligtum des Islams nach Mekka und Medina. An ihm befindet sich auch die jüdische Klagemauer, einziger Überrest des von den Römern im Jahr 70 zerstörten Zweiten Jüdischen Tempels.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Juli 2017 um 12:00 Uhr.

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