Zehntausende erinnern in Tel Aviv an den ermordeten Premier Rabin | Bildquelle: dpa

Marsch in Tel Aviv Zehntausende in Gedenken an Rabin

Stand: 31.10.2015 23:22 Uhr

Vor 20 Jahren wurde der damalige israelische Premier Rabin ermordet - wegen seiner Aussöhnung mit den Palästinensern. Alljährlich erinnern die Menschen in Tel Aviv an sein Vermächtnis. Diesmal kamen Zehntausende - unter ihnen ein Ex-US-Präsident.

In Tel Aviv haben Zehntausende Menschen des vor 20 Jahren erschossenen ehemaligen israelischen Regierungschefs Yitzhak Rabin gedacht. Sie versammelten sich auf dem Platz, auf dem Rabin am 4. November 1995 von einem jüdischen Extremisten ermordet worden war. Der Täter Jigal Amir hatte Rabins Aussöhnung mit den Palästinensern abgelehnt.

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton sagte in einer Ansprache bei der Gedenkkundgebung, die Israelis müssten zu der Überzeugung gelangen, dass Rabin "Recht hatte" und sie ihre "Zukunft mit den Nachbarn teilen" und "für Frieden einstehen" müssten.

Bill Clinton bei der Rede in Tel Aviv | Bildquelle: dpa
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Ex-US-Präsident Clinton hat dazu aufgerufen, Rabins Aussöhnungspolitik fortzuführen.

Clinton: Rabins Vermächtnis umsetzen

Alle Teilnehmer der Veranstaltung müssten beim Verlassen des Kundgebungsorts entscheiden, wie Rabins Friedensvermächtnis umzusetzen sei, sagte Clinton, der beim Betreten der Tribüne mit tosendem Beifall bedacht wurde. Der israelische Rundfunk gab die Zahl der Veranstaltungsteilnehmer mit mehr als 75.000 an.

Der Marsch zu dem nach Rabin benannten Platz ist für viele Israelis ein jährliches Ritual geworden, um dem ermordeten Politiker die Ehre zu erweisen. Teilnehmer schwenkten israelische Flaggen und trugen Banner mit Aufschriften, die zum Frieden aufriefen. Dies stand im scharfen Kontrast zur harten Linie, die Ministerpräsident Benjamin Netanyahu fährt.

Rabins Regierung hatte 1993 unter Vermittlung von Clinton das erste vorläufige Friedensabkommen mit den Palästinensern geschlossen. Dafür bekamen er, sein damaliger Außenminister Schimon Peres und der damalige Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde, Jassir Arafat, 1994 den Friedensnobelpreis verliehen.

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