Iranische Sicherheitskräfte laufen zum Parlament in Teheran, nachdem Bewaffnete das Gebäude gestürmt hatten.  | Bildquelle: dpa

Anschläge in Teheran Revolutionsgarden geben Saudi-Arabien die Schuld

Stand: 07.06.2017 21:58 Uhr

Das iranische Parlament und das Mausoleum von Ayatollah Khomeini sind ins Visier von Extremisten geraten. Der IS reklamierte die Angriffe mit mehreren Toten für sich und drohte mit weiteren Anschlägen. Die Revolutionsgarden machten unterdessen Saudi-Arabien verantwortlich.

Die Anschlagsserie der Terrormiliz "Islamischer Staat" im Fastenmonat Ramadan reißt nicht ab: Der IS hat auch die Angriffe in der iranischen Hauptstadt Teheran für sich reklamiert. Das meldete die auf dschihadistische Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group unter Berufung auf das IS-Sprachrohr Amak.

Bei zwei Angriffen auf das Parlament und das Mausoleum des verstorbenen Revolutionsführers Ayatollah Ruhollah Khomeini waren nach Angaben des Katastrophenschutzes mindestens zwölf Menschen in den Tod gerissen und mehr als 40 verletzt worden.

SITE Intel Group @siteintelgroup
#ISIS' 'Amaq News Agency released a vid taken by one of the attackers inside the Iranian parliament, showing a gunman & a dead body #Tehran https://t.co/XKMe5Y2I2m

Attacken auf Parlament und Khomeini-Mausoleum

Zwei Gruppen mit insgesamt sechs Angreifern hatten am Vormittag den Parlamentskomplex im Stadtzentrum und das Mausoleum des Staatsgründers in der Ebene südlich von Teheran gestürmt. Vier Männer hatten sich nach Angaben des iranischen Innenministeriums als Frauen verkleidet ins Parlamentsgebäude geschlichen. Drei von ihnen wurden erschossen, einer sprengte sich in die Luft, wie Medien berichteten. Auch im Mausoleum gab es einen Selbstmordattentäter, ein weiterer Angreifer wurde erschossen. Eine Frau soll nach Angaben des staatlichen Rundfunks festgenommen worden sein.

Das Parlamentsgebäude in Teheran | Bildquelle: REUTERS
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Das Parlament sitzt im Zentrum der iranischen Hauptstadt Teheran.

Mausoleum von Ayatollah Khomeini (Archivbild) | Bildquelle: REUTERS
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Im Mausoleum liegt Republikgründer Khomeini begraben.

Revolutionsgarden machen Saudi-Arabien verantwortlich

Die iranischen Revolutionsgarden machten in einer Stellungnahme Saudi-Arabien für die Doppelanschläge verantwortlich und brachten die Attacken mit der Reise von US-Präsident Donald Trump nach Riad in Verbindung. Dass Trump kurz zuvor "eine der reaktionärsten Regierungen in der Region" besucht habe, sei "sehr bedeutungsvoll". Das Königreich unterstütze ständig Terroristen, einschließlich der IS-Miliz. Dass der IS sich zu dem Attentat bekannt habe, "verrät ihre (Saudi-Arabiens) Hand in dieser barbarischen Aktion", erklärte die iranische Eliteeinheit.

Trump hatte in Riad ein Waffengeschäft im Wert von 110 Milliarden Dollar (97,5 Milliarden Euro) abgeschlossen. Dem Iran warf er vor, den Terrorismus zu fördern und in der ganzen Region Zerstörung und Chaos gesät zu haben.

Nach den Anschlägen in Teheran
tagesschau 09:00 Uhr, 08.06.2017, Birgit Rätsch, BR

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Trump verurteilte die jüngsten Anschläge, schickte indirekt aber auch einen Vorwurf in Richtung Iran: "Wir trauern um die unschuldigen Opfer der Terrorattacken, wir beten für sie und für das iranische Volk, das durch solch herausfordernde Zeiten geht", teilte Trump laut dem Weißen Haus mit. "Wir unterstreichen, dass Staaten, die Terrorismus unterstützen, Gefahr laufen, dem Bösen zum Opfer fallen, das sie fördern", sagte der Präsident demnach weiter.

Das US-Außenministerium hatte zuvor in einer kurzen Mitteilung erklärt: "Wir drücken den Opfern und ihren Familien unser Beileid aus, und wir senden dem iranischen Volk unsere Gedanken und Gebete. Die Verdorbenheit des Terrorismus hat keinen Platz in einer friedlichen, zivilisierten Welt."

Iran bekräftigt Kampf gegen den Terrorismus

Irans Präsident, Hassan Rohani, sagte, die Anschläge würden das Land stärken und vereinen: "Nach den terroristischen Attacken wird der Iran entschlossener den je gegen regionalen Terrorismus, Extremismus und Gewalt kämpfen", erklärte Rohani.

Der Oberste Religionsführer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei, nannte die Anschläge "Feuerwerke", die keinen Effekt auf den Iran und seinen Kampf gegen den Terrorismus haben würden.

IS droht mit weiteren Anschlägen im Iran

Die IS-Miliz hatte dem schiitischen Iran wiederholt mit Angriffen gedroht. Im März veröffentlichte die sunnitische Extremistengruppe ein Video auf Persisch, in dem sie ankündigte, den Iran zu erobern und "der sunnitischen muslimischen Nation zurückzugeben". Wie andere sunnitische Extremisten betrachtet die IS-Miliz Schiiten als Ungläubige und verübt regelmäßig Anschläge gegen sie. Zudem sind vom Iran gesponserte Milizen sowohl in Syrien als auch im Irak im Einsatz. Teheran ist ein treuer Unterstützer von Syriens Präsident Bashar al-Assad.

Nach den jüngsten Anschlägen bekräftigte der IS seine Drohung: Das "Kalifat wird keine Gelegenheit auslassen, ihr Blut zu vergießen", bis das islamische Recht der Scharia eingeführt sei, erklärte die Terrormiliz.

Die Anschlagsorte in Teheran
tagesschau 12:00 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Juni 2017 um 12:00 Uhr.

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