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Anschlag oder Unglück?

20 NATO-Tanklaster in Afghanistan ausgebrannt

In Afghanistan sind 20 Tanklaster mit Nachschub für die NATO-Truppen in Flammen aufgegangen. Die Polizei spricht von einem Unfall, der durch einen Großbrand ausgelöst worden sei. Andere Offizielle gehen dagegen von einer Bombe aus. Nach Angaben der Taliban waren die Laster Ziel eines Anschlags.

Von Kai Küstner, ARD-Hörfunkstudio Südasien

Es ist das zweite Mal innerhalb weniger Tage, dass eine an und für sich ruhige Provinz im Einsatzgebiet der Bundeswehr für traurige Schlagzeilen sorgt: Es ist die Provinz Samangan in der Nähe der Stadt Masar-i-Scharif. Am Wochenende hatte sich hier ein Selbstmordattentäter bei einer Hochzeitsfeier in die Luft gesprengt. Der Angreifer hatte so getan, als gehöre er zu den Gratulanten, und hatte nach der Umarmung mit einem wichtigen Lokalpolitiker seinen Sprengsatz gezündet.

Heute nun gingen in der selben Provinz mehr als 20 Tanklaster mit Nachschub für die NATO-Truppen in Flammen auf. Polizeiangaben zufolge handelte es sich um einen Unfall: Durch Nachlässigkeit sei der Großbrand ausgelöst worden. Andere Offizielle jedoch sprechen von einer Bombe, die unter einem der Fahrzeuge angebracht gewesen sein soll.

Ausgebrannte Tanklaster
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Mehr als 20 Tanklaster mit Nachschub für die NATO-Truppen gingen in Flammen auf.

Taliban sprechen von Anschlag

Wenig überraschend ist, dass sich die Taliban schnell zu Wort meldeten und ebenfalls von einem von ihnen verübten Anschlag sprachen. Fest steht: Mehr als 20 Laster sind völlig ausgebrannt. Die Fahrzeuge befanden sich auf dem Weg aus Zentralasien durch das Einsatzgebiet der Bundeswehr hindurch und waren für die NATO-Truppen in Südafghanistan vorgesehen.

Diese Nachschubroute durch den Norden war in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Sie ist nach Angaben von Beobachtern einer der Gründe dafür, dass sich die Taliban auch in Nordafghanistan versucht hatten auszubreiten. Eine der Haupt-NATO-Nachschubrouten hatte Pakistan aus Protest gegen einen US-Angriff monatelang geschlossen und erst vor kurzem wiedereröffnet.

Stand: 18.07.2012 16:52 Uhr

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