Polizei räumt Taksim-Platz mit Wasserwerfern

Türkische Sicherheitskräfte gehen erneut mit Wasserwerfern gegen Demonstranten am Taksim-Platz vor.  (Bildquelle: dpa)

Demonstration in der Türkei

Wieder Wasserwerfer auf dem Taksim

In der Türkei ist die Polizei erneut mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vorgegangen. Tausende Menschen hatten sich zuvor in der Metropole Istanbul auf dem Taksim-Platz versammelt, um gegen die konservativ-islamische Regierung von Ministerpräsident Recep Erdogan und die Polizeigewalt zu protestieren. Vor der Räumung hatte die Polizei die Demonstranten vergeblich aufgefordert, die Straßen um den Platz wieder freizugeben.

Bis zum Wasserwerfereinsatz war die Demonstration friedlich verlaufen. Die Menschen skandierten Parolen wie "Taksim ist überall" und schwenkten Fahnen mit der Aufschrift "Taksim Solidarität". Sie warfen rote Nelken auf den Platz und auf die Stufen zum benachbarten Gezi-Park. An einem Stadtentwicklungsprojekt für den Gezi-Park, dem 600 Bäume zum Opfer fallen sollten, hatten sich die Proteste Ende Mai entzündet.

40.000 Demonstranten in Köln

Auch in Köln gingen Menschen gegen Erdogan auf die Straße. Redner forderten seinen Rücktritt und sofortige Neuwahlen. Die Kölner Polizei sprach von einem "erfreulich friedlichen Verlauf" der Kundgebung. Die rund 40.000 Demonstranten, die aus ganz Deutschland und auch anderen europäischen Ländern angereist waren, hielten unter anderem eine Schweigeminute ab "für alle, die ihr Leben für Freiheit und Demokratie geopfert haben".

Proteste in Köln gegen türkischen Ministerpräsidenten Erdogan
F. Überall, DLR
22.06.2013 17:25 Uhr

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Organisiert wurde die Protestveranstaltung von der Alevitischen Gemeinde Deutschland, die nach eigenen Angaben ein Zeichen für Menschenrechte, Demokratie und Toleranz in der Türkei setzen will. Die Kundgebung stand unter dem Motto "Überall ist Taksim".

Westerwelle und Davutoglu um Schadensbegrenzung bemüht

Außenminister Westerwelle und sein türkischer Amtskollege Davutoglu. (Bildquelle: dpa)
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Am Rand der Syrien-Konferenz in Doha traf sich Außenminister Westerwelle mit seinem türkischen Amtskollegen Davutoglu.

Derweil ging auf diplomatischer Ebene das Bemühen weiter, den offenen Streit zwischen Deutschland und der Türkei zu entschärfen. Außenminister Guido Westerwelle und sein türkischer Amtskollege Ahmet Davutoglu trafen in Doha zusammen. Das Gespräch sei "in konstruktiver und freundschaftlicher Atmosphäre" verlaufen, erklärte anschließend das Auswärtige Amt in Berlin. Die Minister hätten einen "intensiven Meinungsaustausch im Geiste von Partnern und Freunden gehabt, darunter auch zu "aktuellen Fragen der Beziehungen" zwischen der EU und der Türkei.

Bagis droht Merkel

Am Freitag war bekannt geworden, dass die EU voraussichtlich nicht wie geplant am kommenden Mittwoch ein neues Kapitel in den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei eröffnen werde. Auch Kanzlerin Angela Merkel unterstützte dieses Vorgehen. Der türkische Europaminister Egemen Bagis forderte Merkel daraufhin auf, ihren "Fehler zu verbessern", anderenfalls werde das Folgen haben.

Nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt sagte Bagis sinngemäß, Merkel solle wissen, dass diejenigen, die sich mit der Türkei anlegten, "kein gutes Ende" nähmen. Daraufhin hatte das Auswärtige Amt den türkischen Botschafter einbestellt. Im Gegenzug bestellte das türkische Außenministerium den deutschen Botschafter Eberhard Pohl ein.

Bemühungen um Schadensbegrenzung bei deutsch-türkischen Beziehungen
tagesschau 20:00 Uhr, 22.06.2013, Arnd Henze, ARD Berlin

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Stand: 22.06.2013 21:14 Uhr

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