Trotz Protest aus China Taiwan erhält wieder US-Waffen

Stand: 16.12.2015 20:04 Uhr

Zwei Fregatten, Minensucher, Panzerabwehrlenkwaffen sowie Raketen: US-Waffen im Wert von 1,8 Milliarden Dollar gehen an Taiwan. Es ist der erste Waffendeal der USA mit Taiwan seit vier Jahren. China protestierte umgehend.

Erstmals seit vier Jahren verkaufen die USA wieder Waffen nach Taiwan. Nach Angaben der Regierung in Washington hat der Deal einen Gesamtwert von 1,83 Milliarden Dollar (umgerechnet knapp 1,7 Milliarden Euro). Nach Angaben aus dem Kongress geht es um zwei stillgelegte Navy-Fregatten, Minensucher, Raketen vom Typ Stinger sowie Panzerabwehrlenkwaffen.

China legte sofort Protest ein und forderte, das Geschäft zu stoppen. Andernfalls könnten die Beziehungen zwischen China und Taiwan sowie China und den USA leiden, teilte das chinesische Büro für Taiwan-Angelegenheiten mit. Das US-Außenministerium entgegnete, das Waffengeschäft entspreche der Linie der USA, Taiwans Fähigkeit zur Selbstverteidigung zu stärken.

China will Wiedervereinigung zu seinen Bedingungen

Im republikanisch dominierten US-Kongress war zuletzt Sorge laut geworden, dass Taiwan nicht ausreichend militärisch gerüstet sei, um sich gegen die Volksrepublik zu verteidigen. Taiwan ist politisch selbstverwaltet. China betrachtet die dem Festland vorgelagerte Insel Taiwan seit der Revolution von 1949 als abtrünnige Provinz und strebt eine Wiedervereinigung zu seinen Bedingungen an. 1992 fanden Peking und Taipeh einen Konsens. Demzufolge akzeptieren beide Seiten, dass es nur "ein China" gibt, interpretieren es aber jeder auf seine Weise. Im November hatten sich die Präsidenten beider Staaten erstmals seit 1949 getroffen.

Angespannte Beziehungen

Die politischen Beziehungen sind jedoch weiterhin angespannt, Chinas Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer sorgen hier nicht gerade für Beruhigung. Peking erhebt praktisch auf das gesamte Südchinesische Meer Anspruch und streitet sich mit den Philippinen, Brunei, Malaysia, Vietnam und Taiwan um die rohstoffreichen Gewässer. Die chinesische Führung ließ unter anderem künstliche Inseln aufschütten, um über diese Außenposten seine Ansprüche zu untermauern.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. Dezember 2015 um 09:00 Uhr.

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