De Maizière zum Stand der Ermittlungen Attentäter noch nicht sicher identifiziert

Stand: 14.01.2016 05:09 Uhr

Anders als die türkische Regierung, die kurz nach dem Anschlag von Istanbul einen Attentäter präsentierte, äußerte sich Innenminister de Maizière zurückhaltend: Die Identität des Mannes sei noch nicht geklärt, sagte er in den tagesthemen. Das BKA werde voll in die Ermittlungen eingebunden.

Die Identität des Attentäters von Istanbul ist nach den Worten von Bundesinnenminister de Maizière noch nicht zweifelsfrei geklärt. In den tagesthemen sagte der Minister, der Mann sei zwar insoweit identifiziert, als dass ein entsprechendes Personaldokument vorliege. "Aber ob das Personaldokument identisch ist mit diesem Mann - das ist noch Gegenstand der Aufklärung".

Gespräch mit Innenminister de Maizière
tagesthemen, 13.01.2016

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Die türkische Regierung macht die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) für die Tat verantwortlich. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hatte erklärt, der Mann sei als Flüchtling in die Türkei gereist, habe aber auf keiner Gefährderliste gestanden. Es handele sich um einen 28-jährigen Syrer, der als "einfacher Migrant" in die Türkei eingereist sei. Er sei nicht wie ein gesuchter Verdächtiger verfolgt worden. Nun würden alle seine Verbindungen untersucht. Fünf Verdächtige sind in der Türkei inzwischen im Zusammenhang mit dem Anschlag in Polizeigewahrsam. Im gesamten Land wurden bei Razzien gegen mutmaßliche IS-Anhänger seit Dienstag mehr als 70 Menschen festgenommen, unter anderem in Antalya.

Minister lobt Zusammenarbeit mit Ankara

De Maizière wies den Einwand zurück, die Türkei gehe im Kampf gegen den IS möglicherweise nicht entschlossen genug vor. "Spätestens nach dem verheerenden Anschlag im letzten Herbst (in Ankara, Anm. d. Red.), den die türkische Regierung ausdrücklich dem sogenannten 'Islamischen Staat' zuordnet, ist die Haltung gegen den IS eindeutig." Er könne sich nicht über die Kooperationsbereitschaft mit der Türkei beklagen.

Die türkischen Behörden geben sich nach seinen Worten "große Mühe, sind gut aufgestellt und sind wachsam - aber es gibt keine Garantie gegen Terrorismus", ergänzte de Maizière. Er betonte: "Ich sehe keinen Grund, von Reisen in die Türkei abzusehen." Man dürfe dem Terror nicht nachgeben. "Wir wollen unser Verhalten, unser Leben nicht verändern. Wir werden vor dem Terrorismus nicht zurückweichen."

De Maizière: "BKA-Beamte sind voll eingebunden"

Sein türkischer Amtskollege habe ihm zugesichert, dass die vier Beamten des Bundeskriminalamts, die derzeit in Istanbul sind, "vollen Zugang zu allen Ermittlungsergebnissen haben - sodass wir auch jeden denkbaren Bezug nach Deutschland, wenn es ihn gäbe, rauskriegen könnten", sagte de Maizière in den tagesthemen.

Der CDU-Politiker hatte sich zuvor in der türkischen Millionenmetropole über die Ermittlungen informiert. Bei dem Anschlag waren zehn Deutsche getötet worden. "Nach bisherigem Ermittlungsstand liegen keine Hinweise darauf vor, dass der Anschlag gezielt gegen Deutsche gerichtet war", sagte er. Das Auswärtige Amt teilte mit, in Krankenhäusern in Istanbul seien noch sieben weitere Bundesbürger, fünf von ihnen auf der Intensivstation. Der türkische Innenminister Efkan Ala sagte, insgesamt würden elf Verletzte noch in Krankenhäusern behandelt, darunter auch ein Norweger und ein Peruaner.

De Maizière besucht Istanbul nach dem Anschlag
tagesthemen 22:25 Uhr, 13.01.2016, Michael Schramm, ARD Istanbul

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