Rebellen verlassen die Stadt Homs in Bussen | Bildquelle: dpa

Krieg in Syrien Rebellen verlassen Homs

Stand: 18.03.2017 16:16 Uhr

Hunderte Rebellen und Zivilisten haben damit begonnen, die drittgrößte Stadt Syriens zu verlassen. Die Evakuierung des letzten noch von Aufständischen besetzten Stadtviertels soll mehrere Wochen dauern. Der Abzug war Anfang der Woche vereinbart worden.

In Syrien haben Hunderte Kämpfer und Zivilisten damit begonnen, eine der letzten Hochburgen der Rebellen zu verlassen. Nach Angaben des Gouverneurs von Homs hätten an diesem Wochenende bereits mehr als 1500 Menschen das letzte Stadtviertel aufgegeben, das noch unter der Kontrolle der Rebellen war. Darunter seien mindestens 400 Kämpfer gewesen.

Bis zu 15.000 Menschen sollen Homs verlassen

Die syrische Stadt Homs galt lange als Rebellenhochburg. Mittlerweile haben Regierungstruppen weite Teile zurückerobert.
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Die syrische Stadt Homs galt lange als Rebellenhochburg. Mittlerweile haben Regierungstruppen sie fast vollständig zurückerobert. (Archivbild vom 09.04.2014)

Mehrere Busse brachten die Menschen nach Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Rebellengebiete nördlich der Stadt Aleppo. Nach Angaben der syrischen Opposition sollen in den kommenden Wochen zwischen 10.000 und 15.000 Rebellen und Zivilisten Homs verlassen.

Die Aktion wird von der Hilfsorganisation Roter Halbmond sowie der syrischen und russischen Armee koordiniert. Sie soll nach Angaben des Gouverneurs sechs Wochen dauern. Grundlage ist eine Vereinbarung, die Anfang der Woche zwischen der syrischen Regierung und den Rebellen vereinbart wurde.

Sie war unter russischer Vermittlung zustande gekommen. Das Übereinkommen gilt als weiteres Zeichen dafür, dass Präsident Bashar al-Assad im syrischen Krieg inzwischen die Oberhand hat. Die syrische Regierung hatte zuletzt die Rebellen gedrängt, sich auf sogenannte Versöhnungsabkommen einzulassen und den Widerstand aufzugeben.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London kritisierte die Vereinbarung. Sie ziele darauf ab, 12.000 Einwohner aus dem Stadtteil zu vertreiben.

Regierung könnte Homs bald wieder vollständig kontrollieren

Homs ist nach Aleppo die drittgrößte Stadt Syriens. Sie war vor sechs Jahren Zentrum des Aufstands der Opposition gegen die Regierung von Präsident Assad. Rebellen übernahmen die Kontrolle über weite Teile der Stadt. Inzwischen konnten die Regierungstruppen fast alle Stadtviertel bis auf eines wieder zurückerobern. Nach dem vollständigen Abzug der Rebellen aus Homs hätte die Regierung erstmals seit Jahren wieder die Kontrolle über die ganze Stadt.

Karte: Syrien mit Damaskus und Homs
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Rebellen und Zivilisten verlassen die Stadt Homs und werden mit Bussen in den Norden Syriens gebracht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. März 2017 um 11:00 Uhr

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