Syrische Flüchgtlingskinder in einem Kindergarten in der Türkei | Bildquelle: REUTERS

Umfrage zu Illegalen als Arbeitskräften Flüchtlingskinder schuften für H&M und Next

Stand: 02.02.2016 12:29 Uhr

Britische Menschenrechtler haben bei einer Umfrage in der Türkei bis zu 400.000 illegal arbeitende Flüchtlinge gezählt. Darunter sollen sich auch syrische Flüchtlingskinder befinden. Die Bekleidungsfirmen H&M und Next bestätigten solche Fälle jetzt in ihren Fabriken.

Die britischen Menschenrechtler von der Organisation "Business and Human Rights Resource Centre" wollten herausfinden, wie viele Flüchtlinge in der Türkei illegal arbeiten. Dabei stießen sie auch auf syrische Flüchtlingskinder. Die Unternehmen H&M aus Schweden und Next aus Großbritannien hatten nach Angaben der Forscher auch zugegeben, dass in einigen ihrer Zulieferbetriebe minderjährige Syrer arbeiteten, teilten die Menschenrechtler mit.

Den Angaben zufolge erklärten vier Firmen bei einer Umfrage von 28 Unternehmen, dass sie festgestellt hätten, dass in Zuliefererbetrieben illegal Flüchtlinge arbeiteten. H&M gab demnach an, dies sei in einer türkischen Fabrik der Fall gewesen, Next berichtete von Fällen in zwei türkischen Fabriken.

Flüchtlinge seien in den Werkstätten "unsichtbar"

Bei der Umfrage zum Problem der illegalen Arbeit von Flüchtlingen hätten lediglich zehn Unternehmen umfassende Informationen geliefert, erklärte die Organisation. Fünf Unternehmen hätten überhaupt nicht geantwortet. Für manche Firmen seien die Flüchtlinge in den Werkstätten "unsichtbar", beklagten die Menschenrechtler. "Nur wenige große Bekleidungsmarken unternehmen die nötigen Schritte, um Flüchtlinge in ihrer Produktionskette zu schützen."

Laut der Menschenrechtsorganisation arbeiten Schätzungen zufolge 250.000 bis 400.000 Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien illegal in der Türkei - unter problematischen Bedingungen und für sehr wenig Lohn. Die Organisation verwies darauf, dass die türkische Regierung zwar inzwischen Arbeitserlaubnisse für Syrer angekündigt hat, doch "viele arbeitende Flüchtlinge werden wohl in der Illegalität bleiben", heißt es in dem Bericht.

In der Türkei leben etwa 2,2 Millionen syrische Flüchtlinge. Gemäß den neuen Regeln sollen sie die Möglichkeit haben, sechs Monate nach Zuerkennung eines temporären Schutzstatus ein Arbeitsvisum zu beantragen.

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