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Syrien-Konflikt

Russland warnt Obama vor Alleingängen

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die USA vor einseitiger militärischer Gewalt gewarnt, nachdem US-Präsident Barack Obama ein militärisches Eingreifen im Syrien-Konflikt nicht mehr ausschließt.

Russlands Außenminister Lawrow und der chinesische Staatsrat Dai
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Einig im Syrien-Konflikt: Der russische Außenminister Lawrow und der chinesische Staatsrat Dai

Darin bestehe Einigkeit mit China, sagte Außenminister Sergej Lawrow russischen Nachrichtenagenturen zufolge in Moskau bei einem Treffen mit dem chinesischen Staatsrat Dai Binggou. Beide Vetomächte haben im UN-Sicherheitsrat bislang drei Syrien-Resolutionen verhindert.

Obama warnt Assad

Obama hatte Syrien zuvor mit einer Militärintervention gedroht, sollte die Regierung von Machthaber Baschar al Assad chemische oder biologische Waffen einsetzen. Schon bei der Vorbereitung eines solchen Einsatzes sei die "rote Linie" bereits überschritten, sagte Obama bei einer Pressekonferenz in Washington.

Der Konflikt würde sich dadurch spürbar ausweiten, wovon auch Verbündete in der Region wie Israel sowie die USA selbst betroffen wären. "Wir können uns keine Situation erlauben, in der chemische oder biologische Waffen in die Hände der falschen Leute fallen", betonte er.

Der Kampf um die Wahrheit
tagesthemen 22:15 Uhr, 21.08.2012, Stefan Maier, SWR

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Obama sagte weiter, die USA verfolgten die Lage in Syrien genau. Zum derzeitigen Zeitpunkt habe er noch keine Militärintervention angeordnet. Der Einsatz oder die Mobilmachung von Chemiewaffen "würde meine Kalkulation aber entscheidend verändern", betonte der Präsident.

Syrische Führung: Kein Einsatz gegen eigenes Volk

Das syrische Militär soll über Nervengas und biologische Kampfstoffe verfügen. Die Führung in Damaskus hatte Ende Juli erklärt, Chemiewaffen im Fall eines Angriffs aus dem Ausland einzusetzen, nicht aber gegen die eigene Bevölkerung.

Der Sprecher des Außenministeriums, Dschihad Makdissi, hatte damals gesagt: "Alle Vorräte an Massenvernichtungswaffen oder unkonventionellen Waffen, die die syrisch-arabische Republik besitzt, werden in dieser Krise nie, niemals gegen Zivilisten oder gegen das syrische Volk eingesetzt, unter gar keinen Umständen, egal wie sich die Krise entwickelt." Seit Beginn des Aufstands gegen Assad im März 2011 wurden in dem Bürgerkrieg nach Angaben von Aktivisten mehr als 20.000 Menschen getötet.

Obama warnt Syrien vor dem Einsatz von Chemiewaffen
S. Fritz, SWR Washington
24.07.2012 17:31 Uhr

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Erneut Tote bei Kämpfen in Syrien

Unterdessen gab es in Syrien erneut Gefechte. Regierungssoldaten töteten nach Aussagen der Oppositionellen mindestens 70 Menschen, als sie die von Rebellen kontrollierte Ortschaft Moadamidscha außerhalb von Damaskus stürmten. Soldaten seien am frühen Morgen in die bereits seit zwei Wochen belagerte Stadt eingedrungen und hätten begonnen Wohnhäuser zu durchsuchen, teilten die Örtlichen Koordinationskomitees sowie ein Sprecher der Rebellen mit. Sie seien mit Panzern vorgefahren und hätten Häuser in Brand gesteckt.

Ein Zeuge sagte, er habe mehr als 20 Leichen junger Männer gesehen, die hingerichtet worden seien. "Ihre Hände waren gefesselt, sie hatten Brandwunden und wurden mit Messern getötet", berichtete der Mann der Nachrichtenagentur Reuters am Telefon. Die Leichen seien in geplünderten Häuser gefunden worden.

Aktivisten berichteten weiter, dass auch einige Dörfer rund um die Wirtschaftsmetropole Aleppo im Norden Syriens von Kampfflugzeugen und Hubschrauber angegriffen worden seien. Dabei seien zwei Zivilisten getötet worden, unter ihnen ein kleiner Junge, sagte der Aktivist Abu Al Hassan. Eine unabhängige Bestätigung der Berichte gibt es nicht.

Japanische Journalistin getötet

Bestätigt wurde dagegen, dass eine japanische Journalistin in Aleppo getötet wurde. Es handelt sich nach Angaben der Regierung in Tokio um die preisgekrönte Journalistin Mika Yamamoto. Sie hatte jahrelange aus Konfliktgebieten wie Afghanistan und Irak berichtet.

Wie die in London ansässige Gruppe Syrische Menschenrechtsbeobachter mitteilte, werden derzeit drei Reporter vermisst.

Mika Yamamoto
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Mika Yamamoto: Die preisgekrönte japanische Journalistin wurde in Aleppo getötet.

Kämpfe auch im Libanon

Die Kämpfe griffen erneut auch auf den Libanon über. Bei Auseinandersetzungen in der Hafenstadt Tripoli zwischen sunnitischen Muslimen und Alawiten wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen mindestens fünf Menschen getötet und mehr als 60 verletzt.

Die Spannungen zwischen den Religionsgruppen sind durch den Konflikt im Nachbarland eskaliert. Dort haben sich vor allem Sunniten gegen Assad erhoben, der wie sein Machtzirkel zu den Alawiten gehört.

Kämpfe in Syrien erreichen erneut den Libanon
tagesschau 20:00 Uhr, 21.08.2012, Thomas Aders, ARD Kairo

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Stand: 21.08.2012 20:13 Uhr

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