Karte: Syrien und Türkei mit Kilis und Gaziantep

Türkisch-syrische Grenze Zwei Tote durch Raketenbeschuss

Stand: 08.03.2016 17:51 Uhr

Seit gut zehn Tagen gilt in Syrien eine Waffenruhe. Dennoch kommt es immer wieder zu Raketenbeschuss: Im türkischen Kilis an der syrischen Grenze starben dadurch zwei Menschen. Doch die nächste Runde der Friedensgespräche beginnt - wenn auch mit Verzögerung.

In der türkischen Stadt Kilis an der Grenze zu Syrien sind zwei Menschen durch Raketenbeschuss getötet worden. Wie Medien berichten, schlugen insgesamt acht Geschosse in der Stadt ein - die meisten von ihnen auf offenem Gelände. Eine Rakete tötete jedoch eine 54-jährige Frau. Ein Auto, in dem zwei Kinder saßen, wurde demnach von Raketensplittern getroffen. Ein sechsjähriges Kind wurde verletzt, ein vierjähriger Junge starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

Die Raketen wurden offenbar aus einem Gebiet abgefeuert, das unter Kontrolle der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) steht. Die türkische Armee habe das Feuer erwidert, meldete die Nachrichtenagentur Dogan. Kilis liegt unmittelbar nördlich der Grenze zu Syrien. Zuletzt waren Mitte Januar mehrere Raketen aus vom IS kontrolliertem Gebiet auf einem Schulhof in der Stadt eingeschlagen und hatten einen Menschen getötet.

IS-Terrormiliz von Waffenruhe ausgenommen

Von der vereinbarten Waffenruhe in Syrien, die vor gut zehn Tagen in Kraft getreten war, sind Dschihadistengruppen wie der IS, die Al-Kaida-nahe Al-Nusra-Front und mit ihr verbündete islamistische Milizen ausgenommen. Die syrische Kurdenmiliz YPG wurde von der Türkei zuletzt nicht mehr beschossen.

Unterdessen soll die nächste Runde der Friedensgespräche in Genf wie geplant morgen beginnen. In vollem Umfang findet sie aber wohl erst am Montag statt: Wie eine Sprecherin des UN-Sondergesandten Staffan de Mistura mitteilte, reisen einige Teilnehmer erst am Wochenende oder am Montag an. Ob die syrische Opposition teilnimmt, ist derzeit noch unklar. Sie will eine Entscheidung darüber bis Ende der Woche fällen. Die Vereinten Nationen hatten dieselben Teilnehmer eingeladen wie bei der ersten Runde, so die Sprecherin. Das Treffen Anfang Februar war wegen des russischen Bombardements der Stadt Aleppo abgebrochen worden.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief bei einem Besuch in Berlin alle Seiten auf, mit "gutem Willen" in die nächsten Verhandlungen zu gehen. "Das Volk Syriens braucht sein Land zurück", erklärte er nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin.

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