Syrische Regierungstruppen in der Stadt Duma. | Bildquelle: AFP

Giftgasangriff in Syrien Russland beschuldigt Großbritannien

Stand: 13.04.2018 19:55 Uhr

Wer ist für den Giftgasangriff in Syrien verantwortlich? Die USA beschuldigen Staatschef Assad - und damit indirekt Russland. Russland sagt: Großbritannien ist beteiligt. Die Briten antworten: ein grotesker Vorwurf.

Die russische Armee wirft Großbritannien eine "direkte Beteiligung" an dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien vor. Sie habe "Beweise", die eine "direkte Beteiligung Großbritanniens an der Organisation dieser Provokation in Ost-Ghouta belegen", sagte der Sprecher der russischen Armee, Igor Konaschenkow.

London habe bei der Inszenierung des mutmaßlichen Giftgasangriffs "starken Druck" auf die syrische Zivilschutzorganisation der Weißhelme ausgeübt.

UN-Sicherheitsrat befasst sich erneut mit Syrien-Konflikt
tagesschau 20:00 Uhr, 13.04.2018, Torsten Beermann, ARD New York

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Lawrow: "Mit Hilfe eines Geheimdienstes inszeniert"

Zuvor hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow mitgeteilt, es gebe Beweise, wonach der mutmaßliche Chemiewaffenangriff in Syrien mit Hilfe eines ausländischen Geheimdienstes inszeniert worden sei. Ein konkretes Land nannte er nicht.

"Wir haben unwiderlegbare Beweise dafür, dass dies ein weiterer inszenierter Vorfall war", sagte Lawrow. Der Geheimdienst eines "bestimmten Staates, der jetzt an vorderster Front einer antirussischen Kampagne" stehe, sei in die Inszenierung verwickelt.

Die britische UN-Botschafterin Karen Pierce im UN-Sicherheitsrat. | Bildquelle: REUTERS
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Die britische UN-Botschafterin Karen Pierce weist die von Russland aufgestellten Vorwürfe zurück.

London weist Vorwurf als "grotesk" zurück

Die britische UN-Botschafterin Karen Pierce bezeichnete den russischen Vorwurf als "grotesk", "bizarr" und "offenkundige Lüge". "Es ist die schlimmste Fake News, die wir bisher von der russischen Propagandamaschine gesehen haben."

Ermittler der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) wollen von Samstag an in Duma untersuchen, ob ein Giftgasangriff stattgefunden hat. Die Verantwortlichen ermitteln sollen sie aber nicht.

Der mutmaßliche Giftgasangriff hat sich am vergangenen Samstag in der Stadt Duma in der Region Ost-Ghouta ereignet. Die syrische Hilfsorganisation Weißhelme hatte im Kurzbotschaftendienst Twitter mitgeteilt, mehr als 40 Menschen seien nach einem "Chlorgasangriff" getötet worden.

Die USA verurteilten den Angriff und machen Syriens Verbündeten Russland dafür mitverantwortlich. Die syrische und die russische Regierung weisen die Vorwürfe zurück.

UN-Sicherheitsrat tagt

Der Weltsicherheitsrat hat erneut über die Lage in Syrien beraten. Die Sitzung war von Russland beantragt worden. Dabei ging es unter anderem um den mutmaßlichen Giftgasangriff und mögliche Luftangriffe auf Syrien durch die USA und deren Verbündete.

US-Botschafterin Nikki Haley warf dem syrischen Militär vor, in dem seit sieben Jahren dauernden Konflikt mindestens 50 Mal chemische Waffen eingesetzt zu haben. Zuletzt waren im Weltsicherheitsrat mehrere Resolutionen zu einem Umgang mit Chemiewaffeneinsätzen in dem Bürgerkriegsland gescheitert.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 13. April 2018 um 19:00 Uhr.

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