Kinder im belagerten und zerstörten Homs (Bildquelle: REUTERS)

UN-Bericht zu syrischem Bürgerkrieg Im Krieg leiden besonders die Kinder

Stand: 05.02.2014 16:13 Uhr

Der Bürgerkrieg in Syrien hat nach Angaben der Vereinten Nationen besonders für Kinder dramatische Folgen. Ein Bericht der Vereinten Nationen listet detailliert Grausamkeiten und Menschenrechtsverstöße gegen die Schwächsten im syrischen Bürgerkrieg auf - vom Beginn des Aufstands gegen Assad im März 2011 bis zum 15. November 2013.

Gepeitscht, missbraucht, verbrannt

Demnach haben Truppen von Präsident Baschar al Assad Minderjährige gefoltert, verstümmelt und sexuell missbraucht.

Sogar Elfjährige seien unter dem Verdacht verhaftet worden, Verbindungen zu bewaffneten Gruppen zu haben. Kinder in Haft seien mit Metallkabeln, Peitschen und Knüppeln geschlagen worden. Sie seien mit Elektroschocks gefoltert und sexueller Gewalt ausgesetzt worden. Es habe Scheinhinrichtungen gegeben, Haut sei mit Zigaretten verbrannt, Schlaf entzogen und Einzelhaft angeordnet worden.

Berichte über schwere Kindesmisshandlungen in Syrien
C. Kühntopp, ARD Kairo
05.02.2014 15:15 Uhr

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Informationsquelle bleibt unbekannt

Die UN-Berichterstatter erläutern in ihrer Zusammenfassung nicht, wie sie an ihre Informationen kamen. Sie hätten aber auch Hinweise über sexuelle Gewalt gegen Kinder von Rebellengruppen erhalten, hieß es weiter. Diese hätten sie nicht weiter nachprüfen können, weil kein Zugang zu den Gebieten möglich sei, die unter Kontrolle der Rebellen seien.

Von Rebellen "standrechtlich hingerichtet"

Allerdings seien Kinder von den Rebellen sowohl für militärischen Kampf als auch andere unterstützende Tätigkeiten rekrutiert worden. In den ersten beiden Jahren seien Berichte über die Verstümmelung von Kindern meist Regierungstruppen zugeschrieben worden, hieß es weiter. 2013 hätten aber auch Oppositionsgruppen "solche Taten" begangen. "Bewaffnete Oppositionsgruppen haben auch standrechtliche Hinrichtungen von Kindern verübt", schreiben die UN-Berichterstatter.

Ban: Kinder sind "unaussprechlichem Leid" ausgesetzt

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärt in dem Papier, dass syrische Kinder einem "unaussprechlichem Leid" ausgesetzt worden seien. Er rief die Konfliktparteien auf, "unverzüglich alle Maßnahmen zum Schutz und der Erhaltung der Rechte aller Kinder in Syrien zu ergreifen".

Der Aufstand in Syrien begann 2011 mit friedlichen Protesten gegen Assad und eskalierte zum Bürgerkrieg mit inzwischen - nach Angaben von Aktivisten - mehr als 130.000 Toten. Millionen Zivilisten wurden aus ihren Häusern vertrieben oder flohen, entweder in sicherere Gebiete in Syrien oder ins Ausland.

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