Assads Gefolgsleute geben sich gelassen

Baschar al Assad trifft sich mit Ministern (Bildquelle: AFP)

Nach Androhung von Militärschlag

Assads Gefolgsleute geben sich gelassen

Nach außen gibt sich das syrische Regime unbeeindruckt: Die USA würden gewiss nicht mit einem Militärschlag Al-Kaida-Terroristen unterstützen. Sollten sie aber doch angreifen, werde man reagieren.

Von Carsten Vick, ARD-Hörfunkstudio Kairo

Militärkontrolle in Damaskus (Bildquelle: AP)
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In Damaskus ist das Militär überall auf den Straßen präsent.

Es wird weiter gekämpft in Syrien. Ungeachtet aller Drohungen gingen die Angriffe der Regierungstruppen auf Hochburgen der Rebellen auch heute weiter. Zudem berichten Oppositionsgruppen von zahlreichen Militärtransporten am Stadtrand von Damaskus; eventuelle Vorbereitungen des Regimes vor einem möglichen Angriff des Westens. "Wir werden zurückschlagen", so der syrische Außenminister Walid al Muallim, "mit Mitteln, die die Welt überraschen werden".

Auch wenn inzwischen kaum noch jemand an einem Angriff zweifelt, der Minister bleibt gelassen. Er bezweifele, dass die USA mit einem Militärschlag "unsere Gegner, die syrischen Al-Kaida-Terroristen" unterstützen würden, das ergebe keinen Sinn. Denn "das würde ja ihren kompletten Kampf gegen den Terrorismus seit dem 11. September auf den Kopf stellen".

Internationale Uneinigkeit zum weiteren Vorgehen in Syrien
tagesschau 15:00 Uhr, 28.08.2013, Marie-Kristin Boese, SWR

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Unterdessen haben die Chemiewaffen-Experten der Vereinten Nationen ihre Suche nach Giftgasspuren fortgesetzt. Noch gestern mussten sie ihre Arbeit aufgrund der Sicherheitslage unterbrechen.

UNO befürchtet neue Fluchtwelle

Die Vereinten Nationen befürchten bei einem Angriff auf Syrien weitere Flüchtlingsströme ins benachbarte Ausland. Schon jetzt haben zwei Millionen Menschen das Land verlassen - die Hälfte von ihnen Kinder, viele nicht einmal zehn Jahre alt.

Aufständischer Kämpfer in Aleppo (Bildquelle: REUTERS)
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Würde sich seine Lage durch eine Intervention verändern? Aufständischer in Aleppo

Auch unter ihnen wird die Möglichkeit eines Angriffs diskutiert. Ein Flüchtling argumentiert, er unterstütze einen Militärschlag, solange er sich gegen Chemiewaffen richte. Ein solcher Angriff hätte schon viel früher erfolgen sollen. Weitergehende Attacken lehne er aber ab - "wir sind alle Brüder in Syrien".

Und ein anderer junger Mann meint, ein Militärschlag würde den Syrern ihren verloren gegangenen Glauben an die internationale Gemeinschaft zurückgeben. Und vielleicht, hofft er, würde ein internationales Eingreifen "uns unser Land zurückgeben". Zwei sicherlich nicht repräsentative Stimmen aus einem Flüchtlingscamp nahe der syrischen Grenze.

Rebellen stellen sich auf schnelle Intervention ein

In Syrien selbst rechnen auch die Rebellen inzwischen mit einer baldigen Militärintervention des Westens. Ein Angriff sei nur noch eine Frage von Tagen, nicht von Wochen.

Walid al Muallim (Bildquelle: AP)
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Auftritt mit markigen Worten: Walid al Muallim

Für Syriens Außenminister al Muallim gibt es dafür - natürlich - keinen Grund. Auch die syrische Regierung verfüge über Beweise und werde diese zum richtigen Zeitpunkt veröffentlichen. Was für Beweise das sein sollen, ließ der Minister allerdings offen.

Auf dem Papier gehört die syrische Armee noch zu den stärksten der arabischen Welt. Experten gehen allerdings davon aus, dass sie seit dem Beginn des Bürgerkrieges deutlich an Schlagkraft verloren hat.

Assads Gefolgsleute geben sich gelassen
C. Vick, ARD-Hörfunkstudio Kairo
28.08.2013 14:21 Uhr

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Stand: 28.08.2013 12:57 Uhr

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