Syrien: UN-Inspektoren nehmen Proben

UN-Waffenexperten in Damaskus (Bildquelle: REUTERS)

Mutmaßlicher Giftgaseinsatz in Syrien

UN-Inspektoren nehmen Proben

Die UN-Inspektoren, die den Giftgas-Vorwürfen in Syrien nachgehen sollen, haben von Rebellen besetzte Gebiete nahe der Hauptstadt Damaskus besucht. In der Ortschaft Moadhamijat al Scham südwestlich von Damaskus hätten sie eine Reihe wichtiger Proben genommen und wertvolle Daten gewonnen, teilte ein UN-Sprecher mit. Sie würden ihre Nachforschungen heute fortsetzen. Laut Oppositionsangaben waren in Muadamijat al Scham und Ghuta mehr als 1300 Menschen getötet worden.

Auf dem Weg in das Rebellengebiet wurde der Konvoi der UN-Inspektoren beschossen. Die Experten seien nicht verletzt worden, teilte ein Sprecher der Vereinten Nationen mit. Sie hätten ihre Fahrt unterbrochen, um auf ein neues Fahrzeug zu warten. Die Schüsse fielen nach UN-Angaben in einer Pufferzone zwischen den von Rebellen und Regierungstruppen kontrollierten Gebieten von Damaskus. Welche Seite sie abgegeben hat, blieb unklar.

UN-Inspektoren nehmen Arbeit in Syrien auf
ARD-Morgenmagazin, 27.08.2013, Stefan Maier, SWR

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Die Inspektoren sollen lediglich untersuchen, ob tatsächlich Giftgas zum Einsatz gekommen ist. Zu klären, wer den Angriff angeordnet hat, gehört nicht zu ihrem Mandat. Regierung und Rebellen beschuldigen sich gegenseitig.

Hunderte Menschen getötet?

Nach Angaben der syrischen Opposition waren am Mittwoch bei Angriffen der Regierungstruppen mit Chemiewaffen in der Nähe der Hauptstadt Damaskus mehr als 1000 Menschen getötet worden. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen berichtete von mindestens 355 Patienten mit "neurotoxischen Symptomen", die in Krankenhäusern gestorben seien. Insgesamt seien etwa 3600 Menschen mit Anzeichen, wie sie nach Giftgas-Einsätzen typisch seien, in Kliniken eingeliefert worden. Man könne jedoch nichts zu den Verursachern sagen.

Stand: 27.08.2013 05:59 Uhr

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