UN-Bericht zum Bürgerkrieg in Syrien Del Ponte wirft UN-Sicherheitsrat Untätigkeit vor

Stand: 18.02.2013 18:27 Uhr

Sie hat Milosevic, Karadzic und Mladic gejagt, jetzt will UN-Sonderermittlerin del Ponte Kriegsverbrecher aus Syrien zur Rechenschaft ziehen. Sie sollten sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verantworten. Die Namen der Drahtzieher kennt del Ponte, denn sie wurden für einen UN-Bericht ermittelt.

Von Rainer Hartmann, ARD-Hörfunkstudio Zürich

UN-Sonderermittlerin Carla del Ponte übt scharfe Kritik am Sicherheitsrat. | Bildquelle: AP
galerie

UN-Sonderermittlerin Carla del Ponte übt scharfe Kritik am Sicherheitsrat.

Ihr Wort hat Gewicht: Carla Del Ponte war Chefanklägerin im UN-Tribunal gegen Kriegsverbrecher aus dem früheren Jugoslawien. Die Schweizer Juristin hat Slobodan Milosevic gejagt, Radovan Karadzic und Ratko Mladic – und jetzt will sie die Kriegsverbrecher aus Syrien vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag sehen. Nach zwei Jahren Krieg in Syrien wäre es an der Zeit, sagt del Ponte. "Nach so vielen Monaten der Ermittlung muss die internationale Gemeinschaft die Entscheidung für Gerechtigkeit treffen."

Sie selbst kann ein Tribunal nicht anordnen – das muss der UN-Sicherheitsrat in New York – aber Del Ponte fordert es, denn sie weiß die Namen von syrischen Kriegsverbrechern, die seit zwei Jahren Angst, Schrecken und den Tod über die syrische Bevölkerung gebracht haben. Die Liste der Kriegsverbrecher ist vertraulich, nur Del Ponte und ein paar andere wissen, welche Namen draufstehen. "Es sind nicht die Schlächter und Vollstrecker. Es sind die Drahtzieher, die planen und anweisen", sagt del Ponte.

Del Ponte will syrische Kriegsverbrecher nach Den Haag bringen
R. Hartmann, ARD Genf
18.02.2013 16:59 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

"Waffen aus anderen Ländern lassen den Konflikt militanter werden"

Um an die Namen zu gelangen, wurden 445 Opfer und Zeugen befragt. Da ausländische Beobachter nicht nach Syrien kommen, wurden sie außerhalb des Landes interviewt. Sie berichten Schreckliches: Menschen werden willkürlich verhaftet und gefoltert – Jugendliche und Kinder rücksichtslos beschossen. Mehr als 70.000 Tote soll der Konflikt bereits gefordert haben. Weite Teile Syriens sind Zonen, in denen dauernd und immer brutaler gekämpft wird, so der Leiter der von der UN berufenen Expertengruppe, Paulo Pinheiro. "Die Waffen, die andere Länder liefern, lassen den Konflikt immer militanter werden." 

Dass die Bevölkerung immer schlimmer leiden muss, liegt aber nicht nur an den regierungstreuen Truppen und Assad-Anhängern. Auch die Rebellen zahlen mit gleicher, brutaler Münze zurück. Das ist die neue Dimension des Bürgerkriegs in Syrien. Insofern müssen alle vor Gericht – die brutalen Schergen Assads – und der verbrecherische Teil der Opposition. Erst wenn sie alle vor Gericht waren, so del Ponte, kann Syrien wieder mit sich versöhnt werden.

Syrien-Kommission legt Bericht über Kriegsverbrechen vor
tagesthemen 22:15 Uhr, 18.02.2013, Daniel Hechler/Carsten Stormer, ARD Genf

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Darstellung: