Geberkonferenz: Eine Milliarde Euro für syrische Zivilisten

Syrische Flüchtlinge in einem Flüchtlingslager in Jordanien (Bildquelle: REUTERS)

Internationale Geberkonferenz in Kuwait

Eine Milliarde Euro für syrische Zivilisten

Zum Abschluss einer internationalen Geberkonferenz in Kuwait haben die 59 teilnehmenden Länder Hilfszusagen von mehr als 1,1 Milliarden Euro für syrische Bürgerkriegsopfer gegeben. Allein 770 Millionen Euro wollen die Golfstaaten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait zur Verfügung stellen.

Ein Drittel der Gelder soll Menschen in Syrien zugute kommen, der Rest den inzwischen 700.000 Flüchtlingen in den Nachbarländern. Dringend benötigt wird das Geld unter anderem in Jordanien, wo mittlerweile Schätzungen zufolge die Hälfte der syrischen Flüchtlinge Zuflucht gesucht haben. "Wir haben die Endstation erreicht. Wir haben unsere Ressourcen ausgeschöpft", sagte König Abdullah II. Laut dem jordanischen Wirtschaftsrat hat das Königreich bislang drei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Flüchtlingshilfe ausgegeben.

Situation für Zivilisten verschlechtert sich

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich zum Abschluss des eintägigen Treffens unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen zufrieden. Gleichzeitige warnte er, dass die Lage in Syrien jeden Tag schlechter werde. Die UNO erwartet, dass die Finanzmittel nur für einige Monate ausreichen werden. Ban erklärte, durch den seit 22 Monaten andauernden Konflikt seien etwa die Hälfte aller Krankenhäuser in Syrien sowie ein Viertel der Schulen zerstört worden.

Internationale Geberkonferenz sichert Millionenhilfe zu
tagesschau 20:00 Uhr, 30.01.2013, Matthias Ebert, ARD Kairo

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Bundesaußenminister Westerwelle kündigte an, dass Deutschland weitere zehn Millionen Euro für humanitäre Hilfe bereitstellt. Die internationale Gemeinschaft dürfe nicht darin nachlassen, den Opfern der Gewalt und den Flüchtlingen beizustehen, sagte Westerwelle in Berlin.

Der UN-Koordinator für humanitäre Angelegenheiten, John Ging, hatte zuvor darauf hingewiesen, dass Helfer in dem Bürgerkriegsland oft gar nicht erst zu den Hilfsbedürftigen gelangten. Es müsse dringend eine Vereinbarung geben, so dass die internationalen Organisationen Grenzen ungehindert überqueren könnten, unabhängig davon, wer sie kontrolliere, forderte er.

Brahimi ruft Weltsicherheitsrat zum Handeln auf

Der UN-Syriengesandte, Lakhdar Brahimi, hatte den Weltsicherheitsrat im Vorfeld der Geberkonferenz zum sofortigem Handeln in der Syrienkrise aufgerufen. "Das Land bricht vor aller Augen Stück für Stück auseinander. Die Tragödie muss ein Ende finden", sagte Brahimi vor Journalisten nach einer geschlossenen Sitzung des Gremiums. Er habe an die Ratsmitglieder appelliert, den 2012 in Genf ausgearbeiteten Plan zu unterstützen, der die Errichtung einer Übergangsregierung mit Exekutivgewalt fordert.

"Die Bedeutung dieser ausführenden Macht bleibt aber unklar", kritisierte Brahimi. Der Sicherheitsrat müsse genaue Angaben zu den Befugnissen einer solchen Übergangsregierung machen. Er habe das mächtigste Gremium zudem aufgerufen, Syriens territoriale Integrität, Unabhängigkeit und Souveränität erneut zu bestätigen und dem leidenden Volk das Recht auf die grundlegenden Menschenrechte sowie religiöse Freiheit zuzusichern.

Stand: 30.01.2013 18:22 Uhr

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