Bürgerkrieg in Syrien Schwere Gefechte um den Flughafen von Damaskus

Stand: 30.11.2012 21:02 Uhr

In Syrien haben sich Regierungstruppen und Rebellen heftige Gefechte um den Flughafen der Hauptstadt Damaskus geliefert. Zwei Flughafenbeschäftigte seien getötet worden, als ihr Bus von Granaten getroffen worden sei, meldeten sowohl Oppositionelle als auch das Staatsfernsehen. Die Aufständischen rückten nach eigenen Angaben bis auf wenige Kilometer an den Flughafen heran und brachten dabei auch Luftabwehrwaffen der Regierungstruppen in ihre Gewalt.

Internet weiter ausgefallen

Bewaffneter Aufständischer in Aleppo (Bildquelle: dpa)
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Die Rebellen fürchten eine mögliche Offensive der Regierungstruppen, über die Gerüchte kursieren.

Innerhalb der Opposition machten Gerüchte über eine bevorstehende Großoffensive der Streitkräfte die Runde. Als Indiz dafür nannten sie den Internet-Ausfall, für den sie das Regime von Präsident Baschar al Assad verantwortlich machten. In Damaskus und bestimmten Regionen Zentralsyriens sei zudem das Mobilfunknetz gekappt worden. Die Regierung macht ihrerseits "Terroristen" dafür verantwortlich, dass seit Donnerstag Internet und das Telefonnetz weitgehend ausgefallen seien.

Die syrische Bevölkerung leidet zunehmend unter den erbitterten Kämpfen im Land. Besonders besorgniserregend sei die Lage in der Stadt Homs, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit. Fast die Hälfte der Krankenhäuser der Stadt seien geschlossen. Zudem herrsche ein "erheblicher Mangel an grundlegenden Gütern wie Medikamenten, Decken, Winterkleidung und Kinderschuhen", sagte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming. Rund 250.000 Menschen seien bereits vor der Gewalt geflohen.

UN warnt vor massivem Anstieg der Flüchtlingszahlen

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, dass er bis Anfang 2013 mit einem Anstieg der Zahl syrischer Flüchtlinge auf 700.000 rechne. Er erklärte zudem, dass bereits bis zu 40.000 Menschen in dem Konflikt getötet worden seien. Der UN-Sondervermittler Lakhdar Brahimi warnte zugleich vor einem Zerfall Syriens, falls keine politische Lösung gefunden werde. Nach Gesprächen mit Vertretern beider Seiten denke er, dass nur der UN-Sicherheitsrat einen Friedensplan ausarbeiten könne. Brahimi forderte eine Resolution zur Beendigung der Gewalt. Der Text müsse eine Waffenruhe, eine politische Übergangszeit mit Wahlen und eine "robuste Friedenstruppe" umfassen.

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