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Flüge gestrichen, Internet zusammengebrochen

Syrien mehr und mehr von der Außenwelt abgeschnitten

In Syrien haben Rebellen die Verbindungen zum Flughafen von Damaskus gekappt. Die Straße zu dem wenige Kilometer außerhalb der Hauptstadt liegenden Airport wurde wegen der Kämpfe gesperrt, die Fluglinien Emirates und EgyptAir strichen Flüge in die Metropole.

Nach Angaben von Aufständischen waren die Kämpfe in diesem Gebiet heftiger als je zuvor. Der Sprecher des Militärrates der Rebellen in Damaskus, Nabil al-Amir, sagte: "Es gibt keine Zusammenstöße direkt am Flughafen. Die Kämpfe finden in drei bis vier Kilometern Entfernung statt." Seinen Angaben nach haben die Milizen viele Seitenstraßen unter ihre Kontrolle gebracht. Ein hochrangiger Mitarbeiter der Europäischen Union erklärte, Präsident Baschar al Assad bereite offenbar eine entscheidende Schlacht in der Umgebung von Damaskus vor.

Zwei österreichische UN-Soldaten verletzt

Zwei österreichische UN-Soldaten waren auf dem Weg zum Flughafen, als sie in ein Feuergefecht gerieten und angeschossen wurden, teilte das österreichische Verteidigungsministerium mit. Sie wollten in die Heimat zurückfliegen. Die Blauhelme seien sofort von Ärzten versorgt worden und schwebten nicht in Lebensgefahr.

Syrien vom Internet abgeschnitten

Die Internet-Verbindungen in Damaskus brachen am Mittag zusammen, auch Handy- und Telefon-Netze funktionierten nur noch sporadisch, wie Anwohner berichteten. Das Land sei praktisch vom Netz abgekoppelt, teilten zwei auf die Beobachtung des weltweiten Internetverkehrs spezialisierte US-Unternehmen mit. Dies könnte bedeuten, dass die Regierung im Kampf gegen die Rebellen die Kommunikationsverbindungen gekappt hat. Auch der Dienst der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana wurde unterbrochen.

Es ist die schwerwiegendste Störung der Telekommunikation seit Ausbruch der Kämpfe vor rund 20 Monaten. Der syrische Informationsminister Omran al-Subi erklärte, es handele sich lediglich um ein technisches Problem in einigen Regionen, das behoben werden solle.

15 Tote bei Luftangriff nahe Aleppo

Scharfschütze der Freien Syrischen Armee zielt auf Aleppos historische Zitadelle.
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Scharfschütze zielt auf Aleppos historische Zitadelle.

Bei einem Luftangriff auf die nordsyrische Großstadt Aleppo wurden nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mindestens 15 Menschen getötet, darunter fünf Kinder. Ein Kampfjet warf demnach zwei Bomben über dem Westen Aleppos ab. Mehr als 20 Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

Brahimi unterrichtet den Sicherheitsrat

Sondervermittler Lakhdar Brahimi informierte unterdessen den UN-Sicherheitsrat über die aktuelle Situation. Die Botschafter sind pessimistisch. An eine rasche Friedenslösung sei nicht zu denken, die Lage sei trotz täglicher brutaler Gewalt und mehr als 30.000 Toten festgefahren. Der Sicherheitsrat ist gelähmt, weil Russland und China jede Kritik an Syrien unterbinden.

Oppositionelle kündigen Konferenz in Rom an

Oppositionelle versuchen nun auf anderem Weg, eine Lösung zu finden. Nach Gesprächen mit dem russischen Außenministerium kündigten sie für den 17./ 18. Dezember eine Nahost-Konferenz in Rom an. An dem Treffen sollen mehr als 30 Vertreter von syrischen Gruppen und Bewegungen teilnehmen. Ziel sei ein Dialog zwischen der Opposition in Damaskus und Regimegegnern außerhalb von Syrien, hieß es nach einem Bericht der Agentur Interfax.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. November 2012 um 20:00 Uhr.

Stand: 29.11.2012 18:17 Uhr

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