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Nach drittem Granateneinschlag in der Türkei
Türkei nimmt Syrien erneut unter Beschuss
Nach einem weiteren Granateneinschlag aus Syrien hat das türkische Militär am vierten Tag in Folge syrisches Gebiet unter Beschuss genommen. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, schlug am Morgen in der Grenzprovinz Hatay auf einem Feld 50 Kilometer entfernt von dem Dorf Güvecci eine aus Syrien abgefeuerte Granate ein. Die Armee habe daraufhin zurückgeschossen.
Mittlerweile heißt es, es sei niemand verletzt worden. Die örtlichen Provinzbehörden werten den Einschlag außerdem nicht als Angriff auf die Türkei. Nach Einschätzung des Gouverneurs von Hatay sei der Granateneinschlag auf einen fehlgeleiteten Angriff der syrischen Armee auf Rebellen zurückzuführen, meldete Anadolu. Die Kampfhandlungen hätten in der Nacht zugenommen.
Die Lage an der türkisch-syrischen Grenze ist angespannt. Der Zwischenfall ist der dritte in der Grenzregion innerhalb von vier Tagen. Erst am späten Freitagabend war auf türkischem Boden eine Granate aus Syrien eingeschlagen - die Türkei hatte das mit Angriffen erwidert.
Vergeltungsschläge schon am Mittwoch und Donnerstag
Schon am Mittwoch und Donnerstag hatte die türkische Armee mit Vergeltungsschlägen auf einen syrischen Angriff reagiert, bei dem in dem türkischen Grenzdorf Akcakale fünf Menschen getötet wurden. Sie bombardierte syrische Militärziele, mehrere syrische Soldaten wurden getötet. Das türkische Parlament gab nach dem Beschuss am Donnerstag grünes Licht für grenzübergreifende Einsätze.
Am Freitag hatte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan Syrien eindringlich davor gewarnt, die Geduld der Türkei auf die Probe zu stellen. Die Türkei wolle keinen Krieg mit Syrien, werde aber nicht zögern, auf jede Bedrohung der nationalen Sicherheit zu reagieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich wegen der anhaltenden Spannungen besorgt gezeigt und gesagt, die Situation sei "extrem ernst".
Stand: 06.10.2012 10:59 Uhr
