Seitenueberschrift

Freie Syrische Armee kündigt Offensive an

Assad-Gegner verlegen Kommandozentrale nach Syrien

Video der Freien Syrischen Armee
galerie

In einer Videobotschaft gab die Freie Syrische Armee die Verlegung ihrer Kommandozentrale bekannt.

Die Freie Syrische Armee (FSA) hat ihre Kommandozentrale nach eigenen Angaben von der Türkei nach Syrien verliegt. Die Führung der bewaffneten Gegner von Präsident Baschar al Assad teilte in einem via Internet verbreiteten Video mit, dass sich ihre Führung nun in "befreiten Regionen" des Landes befinde. Der FSA-Chef Riad al Asaad machte in der Videobotschaft allerdings keine Angaben zur Frage, wo sich die Kommandozentrale nun befinde.

Regierungsgegner kündigen Offensive an

Die Nachricht hat vor allem symbolische Bedeutung, zumal die FSA-Kommandeure wiederholt Kritik dafür geerntet hatten, dass sie von der Türkei aus operierten. Ob die Verlegung der Kommandozentrale auch ein Indiz dafür ist, dass sich die FSA in Syrien auf dem Vormarsch sieht, ist dagegen unklar. Der FSA-Chef kündigte allerdings eine Offensive an und erklärte, dass die Maßnahmen auch der Vorbereitung eines Sturms auf Damaskus diene. Zudem sagte der Vorsitzende des FSA-Militärrates, Mustafa al Scheich, dass das Ziel die Vereinigung aller Rebellen sei.

Die im Sommer 2011 von Deserteuren gegründete FSA ist die bekannteste Rebellengruppe, die für den Sturz von Präsident Assad kämpft. Sie trägt in erster Linie den gewaltsamen Kampf gegen die Regierungstruppen. Allerdings ist ihre Befehlsgewalt über die zahlreichen lokalen Kampfgruppen beschränkt. Zudem entwickelten sich in der Vergangenheit offenbar Spannungen zwischen der bisherigen FSA-Führung in der Türkei unter Asaad und dem für den Kampf in Syrien zuständigen Oberst Kassem Saadeddin.

Kämpfe in Aleppo halten an

Unterdessen gingen die Kämpfe zwischen Aufständischen und Regierungstruppen mit unverminderter Härte weiter. Die Stadt Aleppo habe erneut unter schwerem Beschuss gestanden, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Artilleriegefechte und schwere Explosionen seien in der ganzen Stadt zu hören gewesen.

Regierungsgegnern zufolge kam es zudem zu schweren Gefechten in den Ortschaften Orm und Kafar Dschum im Westen der Provinz Aleppo. Die syrische Armee will offenbar verhindern, dass die Rebellen dieses Gebiet nach weiteren Bodengewinnen mit der Provinz Idlib verbinden, weil sie dann die Kontrolle über eine bis zur türkischen Grenze reichende Region innehätten.

Weitere Kämpfe zwischen Aufständischen und Regierungstruppen meldeten die Rebellen aus der Nähe der jordanischen Grenze. Demnach sollen die Gefechte in und außerhalb der syrischen Grenzstadt Nasib bis zum frühen Samstagmorgen gedauert haben. Die Angaben zum Verlauf des Bürgerkriegs im Land sind in der Regel nicht oder nur schwer nachprüfbar, weil Journalisten in den meisten Fällen keinen Zugang zu den umkämpften Gebieten haben.

Stand: 22.09.2012 17:08 Uhr

Ihre Meinung - meta.tagesschau.de

41 Kommentare zur Meldung. Kommentierung der Meldung beendet.

Darstellung: