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Opposition berichtet von bis zu 320 Opfern

Angeblich neues Massaker in Syrien

In syrischen Daraja, südwestlich der Hauptstadt Damaskus, hat es nach Angaben von Oppositionellen ein neues Massaker gegeben. Am Wochenende seien dort insgesamt 320 Leichen gefunden worden - darunter auch Frauen und Kinder, hieß es. Der Ort war zuvor Schauplatz heftiger Kämpfe gewesen - die Regierungstruppen von Präsident Baschar al Assad sollen dort einen Großeinsatz durchgeführt haben.

Gestern hatte die in London ansässige syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte - diese ist ebenfalls mit Assad-Gegnern besetzt - bereits von 40 bis 50 Toten in Daraja berichtet.

Überprüfen lassen sich diese Berichte ebenso wenig wie die offiziellen Regierungsangaben. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur meldete zu den Vorfällen in Daraja lediglich: "Unsere heldenhaften Streitkräfte haben Daraja von den Resten der bewaffneten Terror-Gruppen gesäubert". Diese hätten "Verbrechen gegen die Söhne der Stadt begangen und ihnen Furcht eingejagt" sowie Sabotage begangen und öffentliches und privates Eigentum zerstört.

Syrische Opposition berichtet von Massaker mit über 200 Toten
tagesthemen 22:45 Uhr, 26.08.2012, Jörg Armbruster, ARD Kairo

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London: "Vermutlich Gräueltat neuen Ausmaßes"

Großbritannien reagierte als erstes westliches Land auf die Berichte: Sollten sich die Angaben der Opposition bewahrheiten, wäre das Vorgehen der Regierungstruppen in Daraja eine "Gräueltat neuen Ausmaßes", sagte Außenstaatssekretär Allistair Burt in London. Auch Burt machte klar, dass die Berichte schwer zu überprüfen sind: "Die fürchterliche Unterdrückung des Volkes durch das syrische Regime seit mehr als 17 Monaten hat wenig Raum für unabhängige Beobachter gelassen, um in Syrien zu arbeiten. Das macht es besonders schwer zu prüfen, was gestern geschehen ist", sagte er.

Opposition: 440 Tote allein am Samstag

Auch in anderen sunnitischen Vororten von Damaskus wurde am Wochenende gekämpft. Die oppositionellen Örtlichen Koordinations-Komitees erklärten, am Samstag seien insgesamt 440 Menschen im ganzen Land getötet worden. Die Aufständischen hatten Ende Juli Teile der Hauptstadt eingenommen, waren später jedoch vom Militär vertrieben worden. Seitdem sind die Rebellen offenbar wieder eingesickert, ohne jedoch das offene Gefecht mit der Armee zu suchen.

Mit mehr als 4000 Toten ist der August schon jetzt der blutigste Monat seit dem Beginn des Aufstands gegen Syriens Präsident Baschar al Assad im März 2011. In den vergangenen Wochen hatte es vermehrt Berichte über mutmaßliche Massenhinrichtungen in dem Land gegeben.

Lage der Flüchtlinge in Jordanien immer kritischer

Jordaniens Informationsminister Samih Maajtah erklärte unterdessen, derzeit erreichten täglich mehr als 2000 syrische Flüchtlinge sein Land. Allein am Freitag seien mehr als 2300 Menschen eingetroffen. Das war der größte Zustrom an einem einzigen Tag seit Beginn des Konflikts. "Die Zahl der Flüchtlinge wächst und unsere begrenzten Ressourcen schmelzen", sagte der Maajtah. Die internationale Gemeinschaft müsse den Flüchtlingen helfen.

Mittlerweile haben rund 160.000 syrische Flüchtlinge in Jordanien Zuflucht gesucht. Die Vereinten Nationen haben bei ihren Mitgliedsstaaten um Spenden für die Flüchtlinge gebeten. Bisher ging nach UN-Angaben aber erst die Hälfte der erbetenen 190 Millionen Dollar ein.

Stand: 26.08.2012 17:51 Uhr

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