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Jordanische Regierung nennt Vorfall inakzeptabel
Syrische Granaten schlagen in Jordanien ein
Jordanien reagiert mit zunehmender Schärfe auf das Vorgehen syrischer Truppen an der Grenze beider Länder. Erneut seien syrische Granaten auf jordanisches Gebiet geschossen worden, sagte ein Regierungssprecher in Amman. Dabei sei ein Mädchen verletzt worden. Das Außenministerium habe dem syrischen Botschafter deutlich gemacht, dass dies ein "inakzeptabler" Vorfall sei.
Dies ist bislang die stärkste offizielle Reaktion der jordanischen Regierung auf mehrere Schusswechsel in der Grenzregion zu Syrien. Regierungsvertreter in Amman berichteten jüngst, die syrische Armee feuere auf Flüchtlinge und Unterstützer des Aufstands gegen Syriens Präsident Baschar al Assad. Zehntausende Syrer sind wegen der Kämpfe in der Heimat bereits nach Jordanien geflohen.
Möglicherweise galt der Raketenbeschuss aber syrischen Ortschaften in der Nähe der Rebellenhochburg Daraa. Wie es in Amann hieß, sei es denkbar, dass die Raketen ihr Ziel verfehlt hätten und irrtümlich auf jordanischem Territorium eingeschlagen seien.
UN-Mission offiziell beendet
In der Nacht endete in Syrien offiziell der UN-Beobachtermission. Zu Spitzenzeiten waren daran bis zu 300 Experten beteiligt. Sie sollten die Umsetzung der Waffenstillstandsbemühungen in dem Land überwachen. Ihr Einsatz blieb jedoch ebenso erfolglos wie die Vermittlungsbemühungen des Sondergesandten Kofi Annan. Dessen Tätigkeit übernimmt ab September der frühere algerische Außenminister Lakhdar Brahimi. Die UNO will dann nur noch ein Verbindungsbüro mit 20 bis 30 Mitarbeitern in Damaskus unterhalten.
Die Kämpfe in Syrien waren auch am Wochenende mit unverminderter Härte weiter gegangen. Gekämpft wurde unter anderem im Damaszener Bezirk Tadamun, in der nördlichen Millionenmetropole Aleppo sowie in den Provinzen Homs, Daraa und Deir as-Saur. Nach Angaben von Oppositionellen starben am Samstag mindestens 172 Menschen.
Stand: 20.08.2012 10:13 Uhr
