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Syrischer Kämpfer mit Gewehr

Bürgerkrieg in Syrien

Beide Seiten bezichtigen sich der Gräueltaten

Der Bürgerkrieg in Syrien wird offenbar immer rücksichtsloser ausgefochten. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, Verbrechen verübt zu haben.

So berichteten Anwohner aus einem Vorort von Damaskus, dass dort mindestens 35 Menschen von syrischen Soldaten getötet worden seien, darunter mehrheitlich Zivilisten. Panzer und Soldaten seien am Mittwoch vorgerückt und hätten gezielt nach jungen Männern gesucht, berichtete ein Anwohner, der nicht genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur Reuters. Die Leichen seien heute gefunden worden. Fast alle der Opfer seien erschossen worden. Auch die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte veröffentlichte Berichte über ein "Blutbad" nahe Damaskus. Das syrische Staatsfernsehen berichtete ebenfalls über eine Razzia. Dutzende "Terroristen" hätten sich ergeben oder seien getötet worden.

Eine unabhängige Bestätigung gibt es aufgrund der Nachrichtensperre in Syrien nicht. So lässt sich auch die Echtheit eines Internet-Videos nicht bestätigen, das belegen soll, dass auch die Aufständischen zunehmend brutaler agieren. In dem Video sollen regimetreue Schabiha-Milizen zu sehen sein, die gefangen genommen und abgeführt werden. Wenig später wird einer der Gefangenen im Stil einer Hinrichtung von Aufständischen erschossen.

Situation für syrische Bevölkerung wird immer schwieriger
tagesschau24 15:00 Uhr, 02.08.2012, Jörg Armbruster, ARD Kairo

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Die Aufständischen vermeldeten im Kampf um Aleppo derweil einen weiteren Erfolg. Sie griffen nach eigenen Angaben einen Militärflughafen in der Nähe der Stadt an. Dort seien jene Hubschrauber stationiert, mit denen die Regierungstruppen die Stellungen der Aufständischen beschießen.

Obama billigte offenbar geheime Unterstützung der Aufständischen

Die US-Regierung stockte ihre Unterstützung für die Aufständischen weiter auf. 25 Millionen Dollar - rund 20 Millionen Euro - fließen nach Angaben des Außenministeriums in Richtung Syrien. Das Geld sei für sogenannte nicht-tödliche Ausrüstung bestimmt, darunter Medizin und Kommunikationstechnik. Zudem würden 64 Millionen Dollar für humanitäre Hilfe durch die Vereinten Nationen und andere Gruppen bereitgestellt.

Die Sender CNN und NBC berichteten unter Berufung auf US-Beamte, US-Präsident Barack Obama habe bereits vor einiger Zeit einen Erlass unterzeichnet, der die US-Hilfe für die Aufständischen gestatte. Damit werde die heimliche Unterstützung durch den Geheimdienst CIA erlaubt. Um welche Art der Hilfe es sich dabei handele, sei nicht klar.

UNO: Immer mehr Menschen brauchen Hilfe

Die UNO machte derweil erneut auf die zunehmend katastrophale Lage der Bevölkerung aufmerksam. Nahezu drei Millionen Syrer brauchen demnach als Folge des Bürgerkriegs Nahrung, Saatgut und Hilfe bei der Versorgung ihrer Tiere. Akut von Nahrungsmittelknappheit bedroht sind nach den Schätzungen der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) in den nächsten drei bis sechs Monaten rund eineinhalb Millionen Menschen. Vielerorts seien Erntegut und Bewässerungssysteme zerstört worden. Auch die Viehzucht habe gelitten.

Stand: 02.08.2012 12:24 Uhr

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