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Kämpfer der Aufständischen in einem Vorort von Aleppo

Bürgerkrieg in Syrien

Ein Kampf mit Waffen und mit Worten

In der umkämpften syrischen Stadt Aleppo hat es erneut viele Tote gegeben. Über den Fortgang der Gefechte gibt es jedoch keine genauen Informationen. Rebellen und Regierungstruppen überbieten sich mit Erfolgsmeldungen. Derweil wird die Situation für die Flüchtlinge immer dramatischer.

Von Peter Steffe, ARD-Hörfunkkorrespondent Kairo

Aufgrund der Kämpfe in der Stadt haben Helfer des syrischen Roten Halbmondes die größte Mühe, den Menschen zu helfen. Nur eingeschränkt und unter größter Lebensgefahr gelingt es, die Bedürftigen zu versorgen - mit Decken, Zeltplanen, Nahrungsmitteln und Wasser.

Helfer des Roten Halbmondes in Syrien
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Helfer des Roten Halbmondes versuchen unter Lebensgefahr, die Flüchtlinge in Syrien zu versorgen

"Diese Menschen sind auf Hilfe angewiesen", sagt Melissa Felming, Sprecherin des Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Diejenigen, die nicht aus Aleppo fliehen konnten, suchen Schutz in Moscheen, Schulen und Universitäten der Stadt. "Wir versuchen den Menschen in den Schulen so gut es geht zu helfen", sagt Felming. "In den 32 Schulen von Aleppo sind nach unseren Informationen zwischen 250 und 350 Menschen pro Schule untergebracht, darunter viele Familien und Kinder. Und in den Schlafräumen der Universitäten sind noch einmal 7000 Menschen, die Schutz vor dem ständigen Beschuss und der Gewalt auf den Straßen von Aleppo suchen."

Damaskus sucht Normalität
Hans Michael Ehl, ARD Kairo zzt. Amman
01.08.2012 11:33 Uhr

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"Es gibt sehr wichtige Entwicklungen"

Angesichts einer drohenden humanitären Katastrophe versuchen erneut Diplomaten, einer Lösung des Syrien-Konflikts näher zu kommen. In Kairo betonte der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al Arabi, nach einem Treffen mit dem bulgarischen Außenminister, dass es sehr wichtige Entwicklungen gebe: "Frankreich hat beispielsweise eine Dringlichkeitssitzung des Weltsicherheitsrates auf Außenministerebene beantragt, das passiert nicht alle Tage. Es wird wohl eine Diskussion geben, eine Auseinandersetzen mit der derzeitigen Situation in Syrien. Die Franzosen wollen eine Diskussion über eine Übergangsphase in Syrien."

Er habe sich mit dem bulgarischen Außenminister auch über die Gewalt, speziell in Aleppo unterhalten, so al Arabi. Man sei der Meinung, dass das, was dort passiert, inzwischen mit Kriegsverbrechen gleichgesetzt werden könne, die nach internationalem Recht bestraft gehöre.

Präsident Assad ruft zur Entscheidungsschlacht um Aleppo auf
tagesschau 16:00 Uhr, 01.08.2012, Walter L. Brähler, ARD Kairo

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Erneut viele Tote in Aleppo

In Aleppo ging unterdessen das Töten und Sterben weiter. Rund um das Hauptquartier des Luftwaffen-Geheimdienstes der Stadt gab es nach Angaben der Opposition erneut schwerste Gefechte. Bei einem Angriff auf zwei Reviere der Polizei seien 40 Sicherheitskräfte getötet worden, hieß es weiter. Nähere Informationen, die möglicherweise hätten überprüft werden können, gibt es nicht.

Beide Konfliktparteien überbieten sich schon seit Tagen mit Erfolgsmeldungen und Dementis im Kampf um die Vorherrschaft in Aleppo. Als von Regierungsseite beispielsweise erklärt wurde, man habe den wichtigen Stadtteil Salahheddin eingenommen, ließ die Antwort nicht lange auf sich warten. Sie kam von einem Rebellenkommandeur: "Drei Tagen haben Regierungstruppen versucht, das Wohnviertel zu erobern und scheiterten. Sie hatten viele Verluste, verloren Soldaten, Panzer und Waffen. Sie mussten aufgeben."

Was in diesem Konflikt stimmt und was nicht, lässt sich nur schwer abschätzen. Es wird nicht nur mit Waffen, sondern auch mit Worten gekämpft.

Stand: 31.07.2012 21:20 Uhr

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