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Bürgerkrieg in Syrien
Kämpfe in Aleppo, Diplomatie bei Olympia
In der Nacht war es in Aleppo vergleichsweise ruhig, doch seit dem Morgen wird in der syrischen Stadt offenbar wieder heftig gekämpft. Am Rande der Olympischen Spiele in London starteten der britische Premier Cameron und Frankreichs Präsident Hollande einen neuen diplomatischen Vorstoß.
Von Peter Steffe, ARD-Hörfunkkorrespondent Kairo
Nachdem es in der vergangenen Nacht nur vereinzelt Gefechte gegeben hatte, brachen am Morgen die Kämpfe wieder los. Die syrische Armee bombardierte nach Angaben der Opposition einen im Norden der Handelsmetropole liegenden Stadtteil. Auch dort haben sich Einheiten der "Freien Syrischen Armee" verschanzt, leisten den Regierungstruppen erbitterte Gegenwehr.
Ein Kampf mit ungleichen Waffen
Auch in anderen Wohnvierteln von Aleppo liefern sich Kämpfer des Widerstandes und Soldaten des Regimes Feuergefechte, blutige Straßenkämpfe. Erstmals seit Tagen wird auch wieder ein östlicher Teil der größten Stadt Syriens aus der Luft von Helikoptern unter Feuer genommen.
Aleppo ist Schauplatz einer asymmetrischen militärischen Auseinandersetzung. Die Truppen des Regimes - mit ihren Panzerverbänden, Artillerieeinheiten, der Luftunterstützung und tausenden Soldaten - sind ihren Gegnern waffentechnisch weit überlegen. Die Kämpfer der "Freien Syrischen Armee" - ehemals selbst Soldaten und viele Freiwillige, die sich dem Widerstand angeschlossen haben - können sich nur mit leichten Waffen wie Maschinengewehren und Panzerfäusten dem Gegner entgegenstellen.
Hunderttausende Menschen fliehen aus Syrien
tagesschau24 11:00 Uhr, 31.07.2012, Tina Petersen, Oliver Rabieh, ARD-aktuell
Ihr Vorteil ist allerdings, dass sie sich schnell und flexibel im Schutz der Häuserschluchten von Aleppo bewegen und so inzwischen ein unberechenbarer Gegner für die Einheiten des Regimes geworden sind. Nach eigenen Angaben gelingen ihnen so immer wieder Teilerfolge, die von unabhängiger Seite allerdings nicht überprüft werden können - wie beispielsweise der Angriff am Morgen auf das Büro der herrschenden Baath-Partei und auf ein Militärkrankenhaus der Stadt.
Bei den Gefechten habe es auf Rebellenseite Tote gegeben, erklärt ein Militärkommandeur der Aufständischen. 15 Regierungssoldaten, unter ihnen ein Offizier, seien bei diesem Angriff zu den Aufständischen übergelaufen. Auch das kann nicht überprüft werden.
"Wir haben uns über die Lage dort ausgetauscht"
Während in Aleppo ein blutiger Stellungskrieg tobt und offenbar seit dem Morgen auch wieder in Teilen der Hauptstadt Damaskus gekämpft wird, gibt es auf diplomatischer Ebene weitere Bemühungen, den Konflikt zu lösen. Am Rande des olympischen Handballturniers trafen sich Großbritanniens Premier David Cameron und Frankreichs Präsident François Hollande. Man habe auch über die Krise in Syrien gesprochen, ließ er internationale Journalisten in London wissen.
"Wir haben uns über die Lage dort ausgetauscht. Frankreich hat von morgen an den Vorsitz im Weltsicherheitsrat und ich habe entschieden, dass das Thema Syrien wieder auf die Agenda kommt bei einer UN-Sitzung", so Hollande. "Zeitnah" solle es Gespräche geben, damit man aus dieser diplomatischen Sackgasse herauskomme.
Frankreich will Russland und China, die mit ihrem Veto im Weltsicherheitsrat bislang jegliche Resolution gegen das Regime Assad verhindert hatten, überzeugen. Man wolle beide Länder mit ins Boot holen, damit sie UN-Sanktionen gegen Baschar al Assad mittragen.
Gewalt in Aleppo ebbt nicht ab
P. Steffe, ARD Kairo
31.07.2012 19:18 Uhr
Stand: 31.07.2012 13:58 Uhr
