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Bürgerkrieg in Syrien
Kämpfe in Aleppo - Gewalt gegen UN-Mitarbeiter
Erneut ist in Syrien ein unbewaffneter Konvoi von UN-Mitarbeitern beschossen worden. Der Angriff, der erst jetzt bekannt wurde, geschah bereits am Sonntag, verletzt wurde niemand. Der neue Chef der UN-Mission, Gaye, äußerte sich besorgt über die Kämpfe in Aleppo - und setzt weiter auf eine diplomatische Lösung.
Von Hans Michael Ehl, ARD-Hörfunkstudio Kairo
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte in New York, die Wagenkolonne der unbewaffneten UN-Beobachter sei am Sonntag insgesamt zwei Mal angegriffen worden. "Der Konvoi von General Babacar Gaye wurde angegriffen, zum Glück wurde niemand verletzt."
UN-Beobachter in Syrien beschossen
H. M. Ehl, ARD Kairo
30.07.2012 23:57 Uhr
Etliche Angriffe auf UN-Konvois
Inzwischen seien mehr als ein Dutzend gepanzerter Fahrzeuge angegriffen und zerstört worden. "Nur wegen dieser gepanzerten Fahrzeuge, die unsere Mission beschützen, wurde niemand bei diesen Angriffen verletzt."
Im Laufe des Tages hatte der Leiter der Beobachtermission, der senegalesische General Gaye in Damaskus lediglich erklärt, er habe selbst in der Oppositionshochburg Homs miterlebt, wie Regierungstruppen die Stadt bombardiert hätten. Er sei zudem besorgt über die Gewalt in Aleppo, fuhr Gaye fort.
Erbitterte Kämpfe in Syrien, diplomatische Bemühungen scheitern
tagesschau 20:00 Uhr, 30.07.2012, Jörg Armbruster, ARD Kairo zzt. Damaskus
"Keine der Seiten lehnt einen Waffenstillstand ab"
Trotz der anhaltenden Gewalt im Land sehe er aber nach Gesprächen mit den Konfliktparteien auch positive Signale. "Meine ersten Eindrücke müssen jetzt praktische Konsequenzen haben. Die erste Annäherung ist positiv. Keine der Seiten hat einen Waffenstillstand und eine Einigung grundsätzlich abgelehnt. Aber solange die Bevölkerung vor Ort keinen Fortschritt sieht, bleibt das nur eine Wunschvorstellung. Ich glaube an Taten und daran arbeite ich."
Aufständische kontrollieren offenbar wichtige Handelsstraße
Während die Gefechte in Teilen von Aleppo weitergehen, melden Kämpfer gegen das Assad-Regime einen wichtigen strategischen Erfolg. Nach eigenen Angaben will die oppositionelle Freie Syrische Armee (FSA) einen Posten der Regierungstruppen an der wichtigen Handelsstraße von Aleppo in Richtung Türkei eingenommen haben. Aleppo liegt nur rund 60 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt.
Die Kontrolle über die Straße könnte den Rebellen ermöglichen, Waffen und weitere Kämpfer in die Stadt zu bringen. Eine unabhängige Bestätigung für die Einnahme gibt es bisher aber nicht.
Schiiten unterstützen Assad
tagesthemen 22:10 Uhr, 30.07.2012, J. Armbruster, ARD Kairo zzt. Damaskus
Assad-Botschafter schmeißt hin
Unterdessen kündigte ein weiterer syrischer Top-Diplomat dem Assad-Regime die Zusammenarbeit auf. Das bestätigte jetzt das britische Außenministerium. Khaled al Ayoubi war zuletzt Leiter der syrischen Botschaft in London. Ayoubi wird mit den Worten zitiert, er sei nicht mehr bereit, ein Regime zu repräsentieren, das solche gewaltsamen und unterdrückerischen Akte gegen das eigene Volk begehe.
Zuletzt hatten Top-Diplomaten auf Posten im Irak, auf Zypern und in den Vereinigten Arabischen Emiraten Assad die Gefolgschaft verweigert.
Stand: 31.07.2012 02:00 Uhr
