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Offensive syrischer Regierungstruppen
200.000 Menschen fliehen vor Gefechten aus Aleppo
Wegen der schweren Gefechte um die nordsyrische Stadt Aleppo sind immer mehr Menschen auf der Flucht. Die Vereinten Nationen schätzen, dass innerhalb von zwei Tagen etwa 200.000 Menschen aus der Wirtschaftsmetropole geflohen sind. Das sind rund zehn Prozent aller Einwohner.
Die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos forderte freien Zugang für Hilfsorganisationen nach Aleppo. Durch die Offensive der Truppen von Präsident Baschar al Assad seien in der Stadt zahlreiche Hilfsbedürftige eingeschlossen, erklärte Amos.
Gefechte zwischen Armee und Aufständischen in Aleppo dauern an
tagesschau 12:00 Uhr, 30.07.2012, Walter L. Brähler, ARD Kairo
Die verbliebenen Einwohner suchten in Kellern Schutz vor dem Beschuss aus Panzern und Helikoptern, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Angesichts der Kämpfe in Aleppo rief der internationale Syrien-Sondergesandte Kofi Annan Regierungstruppen und Rebellen zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts auf. Er fordere alle Konfliktparteien auf, jedes weitere Blutvergießen zu vermeiden.
Die Armee setzte unterdessen ihre Offensive in Aleppo fort. Unterstützt von Militärjets, Kampfhubschraubern und schwerer Artillerie rückten Panzer und Soldaten gegen die Stellungen der aufständischen Freien Syrischen Armee vor. Das staatliche syrische Fernsehen sprach von einer großangelegten "Operation zur Säuberung Aleppos von bewaffneten terroristischen Gruppen". Assads Soldaten gelang es aber offenbar bisher nicht, die Stadt wieder unter ihre Kontrolle zu bringen.
Aufständische erklärten, die Armee beschieße unter anderem das Viertel Salaheddin, in dem die Aufständischen am Vortag eine Bodenoffensive zurückgeschlagen haben sollen. Zudem habe es Gefechte in den Vierteln Bab al-Nasr, Bab al-Dschadid und in der historischen Altstadt gegeben. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben ist derzeit kaum möglich.
Regierungstruppen verkünden Sieg in Damaskus
Die Schlacht um Aleppo gilt als bislang wichtigste Machtprobe für die Regierung. Sie geht in der Stadt mit ähnlich großem Aufwand gegen die Aufständischen vor wie zuvor in der Hauptstadt Damaskus. Dort war es den Regierungstruppen gelungen, eine Offensive der Regierungsgegner zurückzuschlagen.
In weniger als einer Woche seien die Rebellen geschlagen worden, sagte der syrische Außenminister Walid Mualem bei einem Besuch im Iran. Das werde den Aufständischen auch in der Wirtschaftsmetropole Aleppo widerfahren. Syrien sei in der Lage, jeden Quadratzentimeter seines Bodens gegen die Verschwörung bewaffneter Terrorgruppen, die israelischen Interessen dienten, zu verteidigen, sagte Mualem.
Der oppositionelle Syrische Nationalrat kündigte unterdessen Gespräche zur Bildung einer Übergangsregierung an. Ein erstes Treffen sei am Dienstag in Kairo geplant, sagte Nationalratsmitglied Halit Hocal. Ziel sei es, außerhalb Syriens eine Regierung zu bilden.
Stand: 29.07.2012 23:14 Uhr
