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Angriff auf Aleppo

Bürgerkrieg in Syrien

Offensive gegen Aleppo hat offenbar begonnen

Mit einem Großaufgebot an Panzern und Kampfhubschraubern hat die syrische Armee offenbar ihre Offensive gegen die Millionenstadt Aleppo begonnen. Regierungssoldaten umzingelten das von Aufständischen gehaltene Viertel Salaheddin und attackierten es mit schwerer Artillerie, berichten ein AFP-Reporter vor Ort und die syrische Beobachtungstelle für Menschenrechte übereinstimmend. Zusätzlich zu den rund hundert Panzern, die die Armee auffahren ließ, rückten Bodentruppen in den Stadtteil ein.

Häuserkampf droht

Aleppo
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Im Viertel Salaheddin sind die Folgen der Angriffe deutlich zu sehen.

Zwei Tage lang hatte die syrische Armee Soldaten, Panzer und schwere Waffen rund um die größte Stadt Syriens zusammengezogen, während sich die Aufständischen mit leichten Waffen und einigen Panzerabwehrraketen wappneten. In der Weltkulturerbe-Stadt drohe nun ein Häuserkampf, so ein Beobachter vor Ort. Die meisten der in der Stadt verbliebenen Zivilisten suchten Schutz in Kellerräumen, auch Lebensmittel würden knapp.

Der Kampf um das wirtschaftliche Zentrum des Landes könnte zu einer der entscheidenden Schlachten in dem seit 16 Monaten andauernden Konflikt werden. Der Schwerpunkt des Aufstandes gegen Präsident Baschar al Assad lag lange Zeit in den Provinzen. Doch seit einigen Wochen erreichen die Kämpfe auch die großen Städte wie Aleppo und die Haupstadt Damskus. Bei einem Anschlag kam hier der Verteidigungsminister des Landes, Daud Radscha, ums Leben.

Syrische Armee startet offenbar angekündigte Offensive in Aleppo
tagesthemen 21:50 Uhr, 28.07.2012, Walter L. Brähler, ARD Kairo

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Massaker in Aleppo befürchtet

Die USA und Frankreich fürchten ein Massaker in Aleppo. "Das ist ein weiterer verzweifelter Versuch eines untergehenden Regimes, die Kontrolle zu behalten, und wir machen uns große Sorgen darüber, was sie in Aleppo anrichten könnten", sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland. Ein Sprecher des französischen Außenminister Laurent Fabius sagte, die Assad-Regierung treffe "Vorbereitungen für ein neues Blutbad gegen sein Volk".

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Mehrere Wohnhäuser wurden von Geschossen getroffen und brannten aus.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte an die Regierung von Assad, die Kämpfe gegen die Rebellen in Aleppo einzustellen: "Die Gewalt von beiden Seiten muss aus Rücksicht auf die leidenden Zivilisten beendet werden. Ich bin über die zunehmende Gewalt in Aleppo sehr besorgt." Assad müsse diesen Angriff abbrechen, sagte auch der britische Außenminister William Hague nach einem Treffen mit Ban.

Russland verteidigt Offensive

Der russische Außenminister Sergej Lawrow verteidigte dagegen die Offensive der Regierungstruppen gegen Aleppo. "Wie kann man erwarten, dass in einer solchen Lage die Regierung einfach aufgibt und sagt: Das war's, ich hatte unrecht, los stürzt mich, Regimewechsel! Das ist doch unrealistisch", erklärte Lawrow.

Hunderttausende auf der Flucht

Assad versucht seit 16 Monaten, einen Aufstand gegen seine Herrschaft niederzuschlagen. Mindestens 17.000 Menschen sind nach Angaben der Opposition bislang getötet worden. Die UNO hatte zuletzt 120.000 Flüchtlinge außerhalb Syriens registriert, geht aber von einer wesentlich höheren Zahl aus. Innerhalb Syriens sind Hunderttausende auf der Flucht.

Stichwort

In Aleppo, der größten Stadt Syriens, leben rund zwei Millionen Menschen. Aleppo liegt rund 50 Kilometer südlich der türkischen Grenze und gilt als Wirtschaftsmetropole. Rund zwei Drittel der syrischen Exportgüter außer Erdöl werden hier produziert oder weiterverarbeitet: petrochemische und pharmazeutische Produkte, Textilien sowie Lebensmittel.

Das von einer Stadtmauer umgebene historische Zentrum Aleppos wurde 1986 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Stand: 28.07.2012 16:05 Uhr

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