Seitenueberschrift

Kämpfe in Aleppo

Gefechte in syrischer Millionenstadt

USA warnen vor Massaker in Aleppo

Die Vereinigten Staaten haben vor einem Massaker in der nordsyrischen Millionenstadt Aleppo gewarnt. Außenministeriumssprecherin Victoria Nuland sagte, die Regierungstruppen hätten Panzer vor Aleppo stationiert, auch Hubschrauber und Flugzeuge seien mobilisiert worden. Man sehe darin eine ernste Eskalation des Konflikts. "Wir sprechen hier von einem Angriff auf enge Straßen in der Stadt, die von Zivilisten bevölkert werden", fügte sie hinzu. Man tue, was man könne, um den Druck auf das Assad-Regime zu erhöhen.

Zugleich schloss Nuland ein militärisches Eingreifen der USA aus. Die Lösung sei nicht mehr Gewalt, sondern ein Ende der Gewalt und der Beginn eines politischen Übergangsprozesses.

Militär bereitet Bodenoffensive vor

Syrische Rebellen und Regimetruppen formieren sich nach tagelangen Kämpfen um die Millionenmetropole für die entscheidenden Gefechte. Das Militär bereitete am Donnerstag mit massiven Artillerieangriffen in mehreren Stadtbezirken eine Bodenoffensive vor. Die Aufständische schlugen nach eigenen Angaben Vorstöße der Regimetruppen zurück.

In der Hauptstadt Damaskus lieferten sich gestern laut Oppositionsangaben Aufständische und Sicherheitskräfte im palästinensischen Flüchtlingslager Jarmuk Gefechte. Auch im Stadtteil Al-Hadschar al-Aswad tobten Kämpfe. In anderen Landesteilen gingen die Kämpfe ebenfalls weiter.

Stichwort

In Aleppo, der größten Stadt Syriens, leben rund zwei Millionen Menschen. Aleppo liegt rund 50 Kilometer südlich der türkischen Grenze und gilt als Wirtschaftsmetropole. Rund zwei Drittel der syrischen Exportgüter außer Erdöl werden hier produziert oder weiterverarbeitet: petrochemische und pharmazeutische Produkte, Textilien sowie Lebensmittel.

Das von einer Stadtmauer umgebene historische Zentrum Aleppos wurde 1986 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

USA: Al-Kaida spielt keine bedeutende Rolle

Das US-Verteidigungsministerium geht nach eigenen Angaben davon aus, dass Kämpfer des irakischen Ablegers des Terrornetzwerks Al-Kaida zwar in Syrien aktiv sind. Sie spielten dort aber keine bedeutende Rolle, sagte ein Pentagon-Sprecher.

Der irakische Außenminister Hoschjar Sebari hatte Anfang Juli gesagt, aus dem Irak nach Syrien eingesickerte Al-Kaida-Kämpfer würden den Konflikt dort anheizen.

Jordanien: Syrische Soldaten erschießen an Grenze Dreijährigen

Jordanien beschuldigte unterdessen, syrische Soldaten das Feuer auf eine Gruppe von Flüchtlingen eröffnet und dabei einen dreijährigen Jungen erschossen. Der Kleine sei seiner Schussverletzung am Hals sofort erlegen, teilte der jordanische Informationsminister Samih Maajtah mit.

Die syrischen Soldaten schossen seinen Angaben zufolge auf Flüchtlinge aus Syrien, die in Turra die Grenze zu Jordanien überqueren wollten. Zwei Personen sei es gelungen, ins Nachbarland zu fliehen, etwa zehn weitere seien aufgrund der Schüsse zurück auf syrisches Gebiet gerannt, berichtete ein jordanischer Grenzschützer. Jordanien hat bereits mehr als 140.000 syrische Flüchtlinge aufgenommen.

Assad versucht seit 16 Monaten, einen Aufstand gegen seine Herrschaft niederzuschlagen. Mindestens 17.000 Menschen sind nach Angaben der Opposition bislang getötet worden.

Syrische Armee plant offenbar Offensive gegen Rebellen
tagesthemen 22:15 Uhr, 26.07.2012, Walter L. Brähler, ARD Kairo

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Stand: 27.07.2012 05:22 Uhr

Darstellung: