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Gefechte in Syrien gehen weiter
Heftige Kämpfe um Metropole Aleppo
In Syrien dauern die schweren Gefechte zwischen Regierungstruppen und Aufständischen an. Die Kämpfe verlagern sich dabei offenbar zunehmend auf die Wirtschafts- und Kulturmetropole Aleppo. Eine "große Anzahl von Soldaten" sei aus der Provinz Idlib abgezogen und nach Aleppo entsandt worden, sagte ein Sprecher des Militärrats der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA).
Die Moral der dort eingesetzten Regierungstruppen bezeichnete der Sprecher als "sehr schlecht": Viele Soldaten würden weglaufen, Dutzende andere desertieren. Bereits gestern waren aus der rund zwei Millionen Einwohner zählenden Stadt heftige Kämpfe gemeldet worden. Laut Angaben von Regierungsgegnern beschossen dabei Kampfhubschrauber und Panzer Vorstädte Aleppos.
Kämpfe erreichen syrische Wirtschaftsmetropole Aleppo
tagesschau24 09:00 Uhr, 25.07.2012, Louisa Maria Giersberg, SR
Türkei schließt Grenzübergänge
Die Türkei kündigte derweil an, alle ihre noch offenen Grenzübergänge zu Syrien für den Personen- und Güterverkehr zu schließen. Nur in Ausnahmefällen sei die Überquerung für bestimmte Personengruppen möglich, sagte der türkische Zoll- und Handelsminister Hayati Yazici. Für Flüchtlinge aus Syrien seien die Grenzen nach wie vor offen. Sie gelangen meist über Schleuserrouten in das Nachbarland.
An den Grenzposten auf syrischer Seite hatte es in den vergangenen Tagen Kämpfe zwischen Rebellen und der syrischen Armee gegeben. Angehörige der aufständischen Freien Syrischen Armee hatten 30 aus der Türkei kommende Lastwagen ausgeraubt und beschädigt.
Mehr als 120.000 Flüchtlinge in den Nachbarländern
Tausende Syrer sind bereits aufgrund der Kämpfe in die Türkei geflohen. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind in Jordanien, im Libanon, in der Türkei und im Irak mehr als 120.000 Flüchtlinge aus Syrien registriert. Die tatsächliche Zahl sei aber noch höher, teilte das UNHCR unter Berufung auf Regierungsangaben mit.
Vorstadt von Damaskus unter Beschuss
Während nach Berichten des Staatsfernsehens die Regierungssoldaten inzwischen die Hauptstadt Damaskus wieder weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht haben sollen, geriet die Vorstadt al Tel in der Nacht offenbar unter schweren Beschuss. Nach Darstellung von Regierungsgegnern flogen Militärhubschrauber über die Stadt, in der etwa 100.000 Menschen leben und die zuletzt von den Aufständischen gehalten wurde. Hunderte Familien sollen infolge des Angriffs geflohen sein. Die Angaben zur Entwicklung der Kämpfe lassen sich in der Regel nicht überprüfen, weil ausländischen Journalisten der Zugang weitgehend verwehrt wird.
Angesichts der Kämpfe haben die Vereinten Nationen offenbar die Hälfte ihrer 300 Beobachter aus dem Land abgezogen. 150 Mitglieder der UN-Mission hätten Syrien verlassen, sagten zwei der Beobachter der Nachrichtenagentur AFP. Sie seien ausgereist "und werden nicht zurückkommen".
Übergelaufener General fordert Landsleute zum Kampf auf
Der Anfang Juli aus dem Land geflohene syrische General Manaf Tlass rief unterdessen alle Landsleute auf, gemeinsam auf eine neue Ära in Syrien nach Präsident Baschar al Assad hinzuarbeiten. Es sei "die Pflicht aller Syrer, sich zusammenzuschließen, um ein freies und demokratisches Syrien aufzubauen", forderte er im Fernsehsender Al Arabija.
Das derzeitige Regime sei korrupt, sagte Tlass. Der frühere Vertraute Assads warf zudem den Regierungstruppen Verbrechen vor. Tlass war als einer der wenigen sunnitischen Muslime Teil des innersten Machtzirkels um Assad, der größtenteils aus Alawiten besteht. Er ist bislang der ranghöchste Deserteur.
Schwere Gefechte um Aleppo
J. Stryjak, ARD Kairo
25.07.2012 09:34 Uhr
Stand: 25.07.2012 17:34 Uhr
