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Syrien droht mit Giftgas

Außenministerium Syriens nimmt Stellung zu Befürchtungen

Chemiewaffen "nur bei Angriff von außen"

Zu den Befürchtungen, das Assad-Regime könnte Chemiewaffen einsetzen oder diese könnten in die falschen Hände fallen, äußerte sich nun das syrische Außenministerium: Die Waffen würden "niemals gegen Zivilisten oder das syrische Volk eingesetzt". Sie seien nur für einen Angriff von außen bestimmt.

Von Hans Michael Ehl, ARD-Hörfunkstudio Kairo

Präsident Baschar al Assad äußert sich weiter nicht öffentlich zur Situation in seinem Land. Nur auf Fernsehbildern ist er zu sehen, im Gespräch mit hochrangigen Militärs. Den Sprecher des Außenministeriums lässt er jedoch Stellung nehmen.

So verlas Jihad Makdissi in seiner Funktion zuerst eine Erklärung des Außenministers zu Befürchtungen, Syrien könnte Chemiewaffen einsetzen, um den Aufstand niederzuschlagen. Damit die Stellungnahme auch richtig ankommt, übersetzte Makdissi gleich selbst ins Englische.

Syrien erwägt bei Angriff Einsatz von Chemiewaffen
Hans Michael Ehl, ARD Amman
23.07.2012 17:24 Uhr

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"Alle Vorräte an Massenvernichtungswaffen oder unkonventionellen Waffen, die die syrisch-arabische Republik besitzt, werden in dieser Krise nie, niemals gegen Zivilisten oder gegen das syrische Volk eingesetzt, unter gar keinen Umständen, egal wie sich die Krise entwickelt", sagte Makdissi. "Alle diese Waffenvorräte werden überwacht und beschützt von der syrischen Armee. Diese Waffen sind vor allem und strikt nur bestimmt für den Fall eines Angriffs gegen Syrien von außen, das wollte ich nur für die westlichen Zuhörer klarstellen."

Im Westen, aber auch in Syriens Nachbarländern, vor allem in Israel, befürchten viele, der Konflikt in Syrien könne auf die Nachbarn übergreifen, falls das Assad-Regime Chemiewaffen zum Einsatz bringt oder diese zum Beispiel an die libanesische Hisbollah weitergibt. Israel hatte für diesen Fall militärische Gegenmaßnahmen angekündigt.

Syrien droht bei Angriff von Außen mit Chemiewaffeneinsatz
tagesschau 20:00 Uhr, 23.07.2012, Karin Feltes, SWR

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Auch bei einem Sturz des Assad-Regimes könnten die Waffen in die falschen Hände fallen, also von terroristischen Gruppen übernommen werden. Deshalb hält der Nahost-Experte Joseph Kechichian im Gespräch mit dem arabischen Fernsehsender Al Dschasira diese Ankündigung des syrischen Regimes für eine gute Nachricht.

"Die wichtigste Botschaft, die der Sprecher aussenden wollte ist die, dass die Entscheidungsträger in Damaskus bei Verstand sind. Sie wollten versichern, dass die Verantwortlichen die volle Kontrolle haben über unkonventionelle, faktisch also chemische und biologische Waffen, und das sind gute Nachrichten", sagte Kechichian.

Stand: 23.07.2012 18:03 Uhr

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