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Bürgerkrieg in Syrien
Kämpfe in mehreren Vierteln von Damaskus
Es sind die schwersten Kämpfe in der Hauptstadt seit Beginn des Aufstandes. Nach Aussagen von Aktivisten sieht Damaskus "wie eine besetzte Stadt" aus. Die syrische Opposition rückt derweil vom Friedensplan des UN-Gesandten Annan ab. Doch der setzt dennoch seine diplomatischen Bemühungen fort.
Von Peter Steffe, ARD-Hörfunkstudio Kairo
Augenzeugen berichten über zum Teil heftige Kämpfe zwischen syrischen Armeeeinheiten und Rebellen in einigen Vierteln von Damaskus. Im Stadtteil Midan, der im Süden liegt, seien gepanzerte Militärfahrzeuge zu sehen. Schwere Explosionen und Schüsse von Maschinengewehren sind zu hören.
Kämpfe in Damaskus
P. Steffe, ARD Kairo
16.07.2012 16:55 Uhr
"Wie eine besetzte Stadt"
"Das ist wie Krieg", sagte ein Einwohner des Stadtteils der Nachrichtenagentur Reuters. Gekämpft wird auch in einigen anderen Stadtvierteln. Es sei inzwischen nicht mehr sicher, auf die Straße zu gehen, erklärte Susann Ahmed, Aktivistin des Widerstands dem arabischen Fernsehsender Al Dschasira: "Damaskus sieht wie eine besetzte Stadt aus. Überall gibt es Kontrollpunkte an den Straßen, viele Wege sind blockiert."
Es sei unsicher, die Leute trauten sich nicht mehr von einem Punkt zum anderen, fügt sie hinzu. "Wer nicht dringend raus muss, bleibt zu Hause. Ich habe sogar gehört, dass man Leute von der Arbeit heimgeschickt hat, weil es nicht mehr sicher ist."
Olaf Bock (ARD Moskau) zum Treffen von Putin und Annan
tagesschau 12:00 Uhr, 17.07.2012
Syrischer Nationalrat rückt von Annan-Plan ab
Im Vorfeld des Treffens zwischen dem Syrien-Sondergesandte der Vereinten Nationen, Kofi Annan, und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau, rückte die syrische Opposition von Annans Friedensplan ab. In einem Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ließ der Syrische Nationalrat (SNC) wissen, dass man von der Friedensinitiative Annans nichts mehr wissen wolle. Der SNC habe in den vergangenen Monaten alle Initiativen und diplomatischen Bemühungen der Arabischen Liga und der Vereinte Nationen unterstützt. Doch sie seien alle erfolglos geblieben. Daher jetzt das Abrücken.
Es wird offenbar immer schwieriger, eine Lösung in dem blutigen Konflikt zu finden. Auch die engsten Verbündeten Syriens - Russland und China - verhindern durch ihre starre Haltung eine UN-Resolution und damit weitere Sanktionen gegen das Regime von Präsident Baschar al Assad.
Wann geht Assad das Geld aus?
Wie lange wird sich der syrische Machthaber noch halten und vor allen Dingen auf seine Militärs vertrauen können? Das hänge von zweierlei Faktoren ab, sagt der Syrien-Spezialist Ziad Mussa vom Al-Ahram-Zentrum für strategische und politische Studien in Kairo: "Das kommt zu einen darauf an, wann Assads finanzielle Mittel erschöpft sind, um das Militär zu bezahlen, damit es ihn weiter unterstützt." Angesichts der wirtschaftlichen Lage in Syrien sei das bald der Fall.
"Wenn die militärische Elite des Landes realisiert, dass sie in einer Nach-Assad-Ära überleben kann, was Garantien für diese Leute voraussetzt, dann werden weitere hochrangige Militärs zum Widerstand überlaufen und das in großer Zahl", ergänzt Mussa.
Noch hat Assad aber offenbar den Rückhalt seiner Einheiten und Spezialkräfte. Ein Ende des Regimes ist ebenso wenig in Sicht wie eine politische Lösung in dem Konflikt.
Stand: 16.07.2012 18:44 Uhr
