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Rauch über der syrischen Rebellenhochburg Homs.

Lage immer dramatischer

Syrische Soldaten feuern auf Protesthochburgen

Nach einem der blutigsten Tage seit Beginn des Aufstands in Syrien hat die Armee ihre Angriffe auf Protesthochburgen im Land mit aller Härte fortgesetzt. Die Streitkräfte nahmen Menschenrechtsaktivisten zufolge Ziele in Daraa, Idlib und Homs unter Beschuss, dabei kamen nach Angaben von Regierungsgegnern erneut zahlreiche Menschen ums Leben. Am Vortag hatte es landesweit rund 170 Tote gegeben.

Rotes Kreuz in Homs beschossen

Besonders dramatisch ist die Lage offenbar in Homs: In belagerten Teilen der Stadt warten Tausende Menschen vergebens auf Hilfe, das Rote Kreuz musste umkehren, weil Helfer angegriffen wurden. Syrische Aktivisten machten dafür den Artilleriebeschusses durch Regimetruppen verantwortlich, das Außenministerium gab die Schuld dagegen "bewaffneten terroristischen Gruppen". Diese hätten auf die Helfer geschossen und sie daran gehindert, bis nach Homs vorzudringen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SANA.

Auch nahe der Wirtschaftsmetropole Aleppo gab es neue Gewalt: In der Ortschaft Darat Issa töteten Aufständische nach eigenen Angaben 26 Angehörige der regimetreuen Schabiha-Milizen. Ein im Internet verbreitetes Video zeigt die toten Männer neben einem von Kugeln durchsiebten Geländewagen. SANA berichtete, "bewaffnete Terrorgruppen" hätten dort "mindestens 25 Bürger massakriert". In Aleppo selbst sollen Soldaten bei Protesten gegen Assad in die Menge der Protestierenden geschossen und mindestens zehn Zivilisten getötet haben. Das berichteten Regierungsgegner.

Annan hofft auf Eingriff "einflussreicher Mächte"

Kofi Annan in Syrien
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"Wir nähern uns dem Tag, an dem es zu spät sein wird, um noch zu verhindern, dass diese Krise außer Kontrolle gerät", sagte Annan.

Nach Überzeugung des UN-Vermittlers Kofi Annan droht der Konflikt in Syrien auf die ganze Region überzugreifen, wenn "einflussreiche Mächte" nicht entschlossen für Frieden sorgen. "Ich fürchte, wir nähern uns dem Tag, an dem es zu spät sein wird, um noch zu verhindern, dass diese Krise außer Kontrolle gerät", sagte Annan in Genf. Er kündigte ein baldiges Treffen der von ihm angeregten Syrien-Kontaktgruppe mit einflussreichen Staaten wie Russland und den USA in Genf an.

1,5 Millionen Menschen benötigen Hilfe

Im gesamten Land sind nach Informationen der UN etwa 1,5 Millionen Menschen wegen der zunehmenden Gewalt von humanitärer Hilfe abgeschnitten. Die Helfer hätten immer mehr Probleme, die Menschen zu versorgen, erklärte das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Fragen am Freitag in Genf. Bislang war die Weltorganisation von einer Million hilfsbedürftiger Zivilisten ausgegangen.

Stand: 22.06.2012 17:11 Uhr

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