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Der Appell des Roten Kreuzes für eine Feuerpause in Syrien ist verhallt, der Bürgerkrieg geht unvermindert weiter: In Homs wurden zwei Journalisten aus den USA und aus Frankreich getötet. Indes mehren sich im Westen die Stimmen, die eine Bewaffnung der Opposition fordern.
Von Ulrich Leidholdt, ARD-Hörfunkstudio Amman
Während Belagerung und Beschuss der syrischen Millionenstadt Homs den 20. Tag anhalten, während das Internationale Rote Kreuz mit Syriens Führung über Feuerpausen und humanitäre Hilfe verhandelt, spricht vieles für eine Intensivierung des Bürgerkriegs.
Der Syrische Nationalrat, die Vertretung der Auslandsopposition, verlangt eine Intervention. Zumindest die Bewaffnung der Deserteure, vereint in der sogenannten Freien Syrischen Armee, erwägt nun die US-Regierung. Man wolle zwar keine weitere Militarisierung in Syrien, erklärt der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney. Man schließe andere Möglichkeiten aber nicht mehr aus, falls die internationale Gemeinschaft sich zu lange Zeit lasse mit geeigneten Maßnahmen.
Waffen für die Rebellen? Einige in der US-Administration hegen wohl noch Zweifel, wenden ein, man wisse zu wenig über die Aufständischen - vor allem, ob sie für den Schutz von Minderheiten eintreten. Tatsächlich erhalten sie längst Waffen aus dem Ausland, weiß Robert Fisk, jahrzehntelanger Syrien-Kenner. "Sie kommen über den Libanon rein, auch wenn seine Regierung das bestreitet: Panzerabwehr-Raketen, die nur gegen alte Panzer wirken, Kalaschnikows und jede Menge Munition." Mörsergranaten, Artillerie, Geschütze würden über die Türkei nach Syrien kommen.
"Wenn Ankara eine Sicherheitszone im Norden Syriens schafft, wo die Rebellen frei agieren könnten, kämen auch schwere Waffen ins Land. Aber davon sind wir noch weit entfernt."
Bislang stehen etwa 20.000 bewaffnete Rebellen mehr als 300.000 Soldaten von Präsident Baschar al Assad gegenüber. Diese sind weit besser ausgerüstet mit Waffen aus Russland, China, Nordkorea und dem Iran. Besonders Spezialeinheiten halten fest zu Assad, sind besser motiviert und ausgerüstet als die reguläre Armee, deren Befehlsränge jedoch zur besseren Kontrolle mit Angehörigen von Assads alawitischer Minderheit besetzt sind.
Diese Truppen attackieren weiter aufständische Viertel von Homs, wo sich Deserteure verschanzen. Ohne Verhandlungserfolge des Internationalen Roten Kreuzes verschlechtert sich die Lage dort täglich. Bei Temperaturen knapp über Null Grad Celsius sind selbst normale Krankheiten lebensbedrohlich, besonders für Kinder und Alte.
"Hier in Bab Amr bombardieren sie uns mit Raketen und Artillerie", sagt Oppositionssprecher Hadi. Es gebe Verletzte, bis heute 1300. "Gestern wurde eine Familie von einer Rakete getötet, als sie versuchte, hier herauszukommen. Die Menschen trinken Regenwasser, weil seit zwölf Tagen kein Trinkwasser mehr da ist, auch kein Strom." Telefon und Internet seien ausgefallen und es gebe nur wenig Lebensmittel. "Dutzende Familien haben nichts zu essen, nicht mal für die Kinder", fügte er hinzu.
Hunderte sollen seit Monatsbeginn in Homs gestorben sein - jetzt auch zwei Journalisten - eine Amerikanerin und ein Franzose. So melden es Oppositionelle.
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