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[Bildunterschrift: In Erbeen, einem Vorort von Damaskus, soll die Armee schwere Waffen eingesetzt haben. ]
Nach dem Abbruch der Beobachtermission der Arabischen Liga ist die Gewalt in Syrien angestiegen. Menschenrechtsaktivisten zufolge wurden gestern landesweit mindestens 66 Menschen getötet. Die meisten Toten habe es bei Kämpfen um Damaskus gegeben, erklärte die in London ansässige Organisation Syrian Observatory for Human Rights.
In den Vororten von Damaskus werde heftig gekämpft, teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Die Regierungstruppen hätten in einige Gebiete eindringen können, in anderen seien sie aber von starkem Widerstand von zur Opposition übergelaufenen Soldaten aufgehalten worden, hieß es. Mindestens neun Menschen kamen laut Aktivisten bei den Kämpfen ums Leben. Blockiert war die Straße zum internationalen Flughafen. Mitglieder des syrischen Geheimdienstes sollen zur Opposition übergelaufen sein.
Unbestätigten Gerüchten zufolge sollen einige Familienmitglieder von Präsident Baschar al Assad an einem Versuch gehindert worden sein, das Land zu verlassen. Die ägyptische Tageszeitung "Al-Masry Al Youm" berichtete unter Berufung auf syrische Quellen, dass es sich dabei um die Frau, die Mutter, die Söhne und einen Cousin des Präsidenten gehandelt habe.
Unterdessen versucht Russland offenbar, einen Dialog zwischen der syrischen Regierung und der Opposition zu vermitteln. Das Angebot der russischen Regierung, solche Gespräche zur Beilegung der syrischen Krise in Moskau abzuhalten, sei von Damaskus "positiv beantwortet" worden, erklärte das russische Außenministerium.
Ein ranghohes Mitglied des syrischen Oppositionsrates erklärte kurze Zeit später, eine Einladung Russlands liege nicht vor. Sie werde aber abgelehnt werden, wenn sie eintreffen sollte.
Syrische Oppositionelle teilten nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mit, ihre Bewaffneten hätten sich in einigen Gebieten, die sie zuvor kontrolliert hatten, vor der Offensive der Armee zurückgezogen. Die Armee habe Panzer und Artillerie eingesetzt. Nun käme es in den wiedereroberten Gebieten zu Festnahmen.
[Bildunterschrift: Sie haben sich vom Regime abgewendet: Deserteure in der Provinz Homs ]
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Syrian Observatory for Human Rights wurden am Sonntag in Syrien 27 Zivilisten getötet, die meisten von ihnen in den Vororten von Damaskus und in der Stadt Homs, einer der Hochburgen der Proteste. 26 Soldaten und neun Deserteure seien ebenfalls rund um die Hauptstadt und in der nordsyrischen Stadt Idlib ums Leben gekommen, hieß es weiter.
Eine zweite Aktivistengruppe, die örtlichen Koordinationskomitees, bezifferten die Zahl der Toten am Sonntag mit 50. Nicht mitgezählt seien dabei aber getötete Soldaten, hieß es.
Unterdessen berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Sana, dass es eine Explosion an einer Gaspipeline nahe der Grenze zum Libanon gegeben habe. Eine Gruppe "Terroristen" habe die Pipeline angegriffen, hieß es. Dabei seien 460.000 Kubikmeter Gas entwichen. Seit dem Beginn der Protestwelle gegen Assad im März 2011 wurden wiederholt auch Netzwerke für Energieversorgung angegriffen.
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