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Die syrische Armee hat nach Angaben der Opposition eine neue Militäroffensive in der Protesthochburg Homs gestartet. Nach Angaben der Opposition wird die Stadt im Zentrum des Landes seit Donnerstagabend wieder unter Mörserbeschuss genommen. Auch heute seien in mehreren Stadtteilen Explosionen und Schüsse zu hören gewesen, teilten die örtlichen Koordinierungskomitees mit.
Das Viertel Bab Sebaa sei von Granaten und Raketen getroffen worden und im Bezirk Baba Amro sei schweres Geschützfeuer zu hören gewesen. Die humanitäre Lage sei katastrophal. Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London zufolge wurden neuen Angaben zufolge am Donnerstag in Syrien mindestens 62 Menschen getötet, darunter 43 Zivilisten. Ein Vertreter sprach von einem "grauenhaften Massaker" in Homs.
[Bildunterschrift: Sie haben sich vom Regime abgewendet: Deserteure in der Provinz Homs ]
Ebenfalls in der Stadt Homs nahm die aus Deserteuren gebildete Freie Syrische Armee angeblich fünf iranische Militärs fest. Die Iraner stünden unter dem Kommando der Geheimdienste der Luftwaffe, erklärten die Kämpfer, ohne Angaben zum Zeitpunkt der Festnahme zu machen.
Sie riefen die Regierung in Teheran dazu auf, seine Militärs aus Syrien abzuziehen. Die Freie Syrische Armee wirft dem Iran, einem Verbündeten Syriens, vor, mit Mitgliedern der Iranischen Revolutionsgarden Assad zur Hilfe zu kommen. Alle diese Angaben können nicht überprüft werden, da es keine unabhängigen Beobachter in Homs gibt.
Der Sicherheitsrat der UNO kommt am Abend zu einer Sitzung zu Syrien zusammen. Einem westlichen Diplomaten zufolge könnte dabei ein Resolutionsentwurf verteilt werden. Die Europäer im Sicherheitsrat arbeiten seit Tagen gemeinsam mit arabischen Ländern an einer UN-Resolution zu Syrien. In einem ersten Entwurf werden alle Staaten aufgerufen, ähnlich wie die Arabische Liga Wirtschaftssanktionen gegen die syrische Führung zu verhängen.
Im UN-Sicherheitsrat sperrt sich derzeit vor allem Russland gegen ein entschiedenes Vorgehen gegen das Land. Gemeinsam mit China hatte Moskau Anfang Oktober mit seinem Veto eine von den Europäern eingebrachte Syrien-Resolution verhindert.
Und auch diesmal stimmt Russland wohl keiner Resolution mit Aufforderungen zum Rücktritt von Assad zu. Das jüngste Projekt in diese Richtung sei "zum Scheitern verurteilt", erklärte Vize-Außenminister Gennadi Gatilow laut der Nachrichtenagentur Interfax.
Russland macht beide Seiten, die syrische Führung und die Opposition, für die Gewalt verantwortlich und ist gegen Sanktionen. Ein von Russland vorgelegter Resolutionsentwurf, der Gewalt auf Seiten der syrischen Sicherheitskräfte und der Opposition verurteilt, geht den USA und ihren Verbündeten nicht weit genug.
Der oppositionelle Syrische Nationalrat forderte den UN-Sicherheitsrat auf, eine Resolution anzunehmen, die "die Verbrechen des Regimes verurteilt und sich dafür einsetzt, die Kriminellen zur Verantwortung zu ziehen".
Mit dem Sicherheitsrat und der Arabischen Liga stehe der Nationalrat deswegen im Kontakt. Die Oppositionellen verlangten zudem einen "internationalen Schutz" für die bedrohten Zivilisten. Bei der blutigen Niederschlagung der Proteste wurden seit März 2011 nach UN-Schätzungen mehr als 5400 Menschen getötet.
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