Karte: Salamije, Syrien

Bürgerkrieg in Syrien Explosion nach Beginn der Feuerpause

Stand: 27.02.2016 08:38 Uhr

Wenige Stunden nach Beginn der Feuerpause ist in Syrien eine Autobombe explodiert. Mit Zwischenfällen dieser Art hatte der UN-Sondergesandte de Mistura gerechnet. Er kündigte für den 7. März weitere Friedensgespräche an, sollte die Waffenruhe weitgehend eingehalten werden.

Wenige Stunden nach Beginn der Waffenruhe in Syrien hat es einem staatlichen Medienbericht zufolge eine tödliche Autobombenexplosion gegeben. Die Bombe sei am Stadtrand von Salamije in Hama explodiert, meldete die staatliche Nachrichtenagentur. Dabei seien zwei Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Salamije wird von den Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad gehalten. Laut der Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte handelte es sich um einen Angriff der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) auf einen Kontrollposten der Regierungssoldaten.

Außer dieser Attacke gab es Aktivisten zufolge bislang kaum Verstöße gegen die Feuerpause. Die Beobachtungsstelle erklärte am Samstagmorgen aber, in der Provinz Latakia im Nordwesten des Landes seien die Kämpfe zwischen Regimeanhängern und islamistischen Rebellen auch nach Inkrafttreten der Waffenruhe weitergegangen.

Um 23.00 Uhr MEZ war die von den USA und Russland vermittelte Waffenruhe für das Bürgerkriegsland in Kraft getreten. Ab Mitternacht sollten alle Waffen schweigen. Der Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" und die mit Al-Kaida verbündete Nusra-Front ist von dieser Feuerpause allerdings ausgenommen. Die Stunden vor der offiziellen Waffenruhe nutzten sowohl russische als auch syrische Streitkräfte, um ihre Angriffe zu intensivieren. In den Provinzen Idlib, Aleppo und Hama flogen Kampfjets Luftangriffe auf Stellungen von Rebellengruppen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Friedensgespräche möglicherweise am 7. März

Unmittelbar vor Beginn der Waffenruhe äußerten sich die Vereinten Nationen optimistisch über eine Fortsetzung der Genfer Friedensgespräche für Syrien. Falls die Feuerpause weitgehend halte und weitere Hilfslieferungen ermöglicht würden, sollten die Verhandlungen am 7. März in Genf weitergehen, sagte der Syrien-Sondergesandte der Vereinten Nationen, Staffan de Mistura.

Fortsetzung der Friedensverhandlungen für Syrien am 7. März
G. Schwarte, ARD New York
27.02.2016 07:46 Uhr

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De Mistura bezweifelte, dass die Feuerpause durchgehend halten wird: "Es gibt eine große Chance, dass wir einen Schluckauf in der Waffenruhe sehen werden. Die Schlüsselfrage wird dann sein, ob die Zwischenfälle schnell unter Kontrolle gebracht werden können." Militärische Antworten auf einen eventuellen Bruch der Waffenruhe müssten genauestens abgewogen werden und angemessen sein, so de Mistura. Sie seien die "letzte Option".

Auch US-Präsident Barack Obama gab sich zuletzt wenig zuversichtlich, dass die Waffenruhe die große Wende für Syrien bringt. Ingo Zamperoni aus dem ARD-Studio Washington sagte im nachtmagazin, die Hoffnungen im Weißen Haus seien sehr bescheiden.

Waffenruhe in Syrien hält weitestgehend
tagesschau24 09:00 Uhr, 27.02.2016, Nadine Brecht, ARD-aktuell

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