Die zerstörte Stadt Al-Rai in der Nähe von Aleppo | Bildquelle: REUTERS

Krieg in Syrien Kreml bestätigt Waffenruhe nicht

Stand: 28.12.2016 13:26 Uhr

Eine türkische Nachrichtenagentur hatte berichtet, dass sich Russland und die Türkei über eine Waffenruhe Syrien einig seien. Diese soll ab Donnerstag gelten. Doch die russische Führung hat dem Bericht jetzt widersprochen.

Keine Einigung über eine Waffenruhe in Syrien: Russland hat einen türkischen Medienbericht über eine Vereinbarung mit der Türkei nicht betätigt. Der Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow sagte, er könne dazu derzeit nichts sagen. Er habe darüber nicht genügend Informationen. Russland stehe aber in ständigem Kontakt mit der Türkei, um über die in Kasachstan geplanten Syrien-Gespräche zu beraten.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu bestätigte in der Türkei lediglich, sein Land habe eine Einigung über eine Feuerpause vorbereitet. Einen Übergang zum Frieden werde es nur ohne eine Beteiligung des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad geben, der von Russland unterstützt, von der Türkei jedoch abgelehnt wird.

Nachrichtenagentur Anadolu veröffentlichte Bericht

Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu hatte unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person gemeldet, Russland und die Türkei hätten sich auf einen Vorschlag für einen landesweiten Waffenstillstand in Syrien verständigt.

Die Agentur hatte gemeldet, dass die Waffenruhe voraussichtlich ab Donnerstag um 00.00 Uhr (Ortszeit) in Kraft treten solle. Der Vorschlag solle noch den Konfliktparteien in Syrien vorgelegt werden. Wie bei früheren Waffenstillstandsvereinbarungen, die von Russland und den USA ausgehandelt worden waren, sollen "Terrorgruppen" davon ausgenommen sein.

Ankündigung der Länder

Eine Waffenruhe könnte Grundlage für die angekündigten Gespräche sein, bei denen die Türkei und Russland im Januar in der kasachischen Hauptstadt Astana zwischen Vertretern der syrischen Opposition und der syrischen Regierung vermitteln wollen. Kremlsprecher Peskow sagte, es liefen Gespräche mit der türkischen Regierung darüber, in welcher Form ein Dialog zwischen den Konfliktparteien in Astana stattfinden könne. Das sei Teil der Bemühungen um eine politische Lösung in Syrien.

Nicht dabei sein sollen die UN, hieß es aus dem russischen Außenministerium. Die UN hatten bislang die Leitung der Friedensbemühungen inne und auch die USA und europäische Länder an den Verhandlungstisch geholt.

Heftige Kritik an den USA

Doch gerade an den USA übt Russland, das im syrischen Krieg den Machthaber Assad unterstützt, immer vehementere Kritik. Die Ankündigung Washingtons, Auflagen für die Rüstungslieferungen an syrische Rebellen lockern zu wollen, bezeichnete der russische Außenminister Sergej Lawrow als "feindlichen Akt".

Recep Tayyip Erdogan | Bildquelle: AFP
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Der türkische Präsident Erdogan wirft den USA vor, Extremisten in Syrien zu unterstützen.

Und auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan richtete scharfe Töne in Richtung USA. Diese würden in Syrien extremistische Gruppen wie den "Islamischen Staat" und die militanten Kurdengruppen YPG und PYD unterstützen. Die Türkei kämpft auf syrischem Boden gegen kurdische Rebellengruppen, um ein Erstarken der Kurden im eigenen Land und die Bildung eines kurdischen Staates an der türkischen Grenze in Nordsyrien zu verhindern.

Die US-Botschaft in Ankara wies diese Vorwürfe zurück: Behauptungen, die USA würden den IS unterstützen, seien nicht wahr. Weiterhin würden die USA keinesfalls Waffen oder Sprengstoff an kurdische Milizen wie die YPG oder an die PKK liefern. Im Kampf gegen die Terrormiliz sind die Türkei und die USA eigentlich Partner - die US-Botschaft betonte nochmals, dass die "enge Zusammenarbeit" beider Länder zu diesem Zweck fortgesetzt werden solle.

Die türkische Armee versucht derzeit, die nordsyrische Stadt Al-Bab unter ihre Kontrolle zu bringen. Seit Tagen liefern sich die Soldaten Gefechte mit IS-Kämpfern.

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Bilder aus Aleppo zeigen die Zerstörung der syrischen Stadt - aufgenommen zwischen 2008 und 2016

Blick auf die Altstadt von Aleppo
Blick auf die Altstadt von Aleppo

Blick auf die Altstadt von Aleppo im November 2008 und im Dezember 2016

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Dezember 2016 um 12:00 und um 14:00 Uhr.

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