Zwei Männer helfen einem Verletzten nach einem Bombenanschlag in Aleppo. | Bildquelle: AFP

Bürgerkrieg in Syrien Assad schließt rasche Waffenruhe aus

Stand: 16.02.2016 02:34 Uhr

Die Hoffnungen auf eine rasche Waffenruhe in Syrien schwinden. Mit Blick auf die in München ausgehandelte Feuerpause sagte Machthaber Assad nun, dass niemand die getroffenen Vereinbarungen binnen einer Woche erfüllen könne.

Syriens Machthaber Bashar al-Assad hat einer schnellen Waffenruhe im syrischen Bürgerkrieg eine Absage erteilt. Niemand sei in der Lage, innerhalb einer Woche alle Bedingungen und Erfordernisse für die vereinbarte Feuerpause zu erfüllen, sagte er im syrischen Fernsehen.

Syriens Präsident Assad | Bildquelle: AP
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Syriens Präsident Assad glaubt nicht an eine rasche Waffenruhe.

Darüber hinaus zweifelte Assad die Umsetzbarkeit einer Feuerpause an: "Wer wird mit den Terroristen reden", fragte er, "und wenn eine terroristische Gruppe den Waffenstillstand ablehnt, wer wird dann dafür verantwortlich gemacht?"

Auf der Syrienkonferenz in München in der vergangenen Woche hatten sich die USA, Russland und andere Weltmächte für eine Waffenruhe binnen einer Woche ausgesprochen. Dessen ungeachtet gehen die Kämpfe jedoch unvermindert weiter.

Assad: Einmarsch in Syrien kein "Picknick"

Eine Lösung der Syrienkrise sieht Assad nach eigenen Angaben in lokalen Versöhnungsvereinbarungen. Politische Veränderungen im Land müssten auf den Boden der bestehenden Verfassung erfolgen. Eine Übergangsregierung sei damit nicht vereinbar - es sei denn, das syrische Volk würde einer neuen Verfassung zustimmen.

Mit Blick auf eine militärische Lösung des Konflikts warnte Assad die Türkei und Saudi-Arabien vor einem Einfall in sein Land. Eine Entsendung von Truppen nach Syrien würde kein "Picknick" sein, sagte er. Jegliche Bodenoffensive würde zudem "globale Auswirkungen" haben.

Assad schließt schnelle Waffenruhe in Syrien aus
tagesschau 12:00 Uhr, 16.02.2016, Thomas Aders, ARD Kairo

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De Mistura in Damaskus

Derweil ist der Sondergesandte der UN, Staffan de Mistura, zu Gesprächen in der Hauptstadt Damaskus eingetroffen. Er will dort unter anderem Außenminister Walid al Muallim treffen. Dabei möchte er erreichen, dass endlich Hilfslieferungen in belagerte Gebiete vordringen können.

Hunderttausende Opfer in Syrien

Seit fünf Jahren herrscht in Syrien ein erbitterter Bürgerkrieg, dem bereits Hunderttausende Menschen zum Opfer gefallen sind. Millionen sind auf der Flucht. Die Krise ist auch deshalb schwer zu lösen, weil es zahlreiche Akteure mit eigenen Interessen gibt.

So bekämpfen sich in dem Land unter anderem Regierungstruppen von Machthaber Assad, Regimegegner und Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat". An der Grenze zur Türkei kämpfen zudem kurdische Streitkräfte, die ein wichtiger Partner des Westens im Kampf gegen den IS sind. Russland kämpft derweil an der Seite der syrischen Armee.

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