Barack Obama | Bildquelle: dpa

Krieg in Syrien Obama glaubt nicht an ein Ende der Kämpfe

Stand: 17.02.2016 02:17 Uhr

Ab Freitag soll eine Feuerpause in Syrien gelten, doch an einen dauerhaften Frieden glaubt US-Präsident Obama nicht. Er forderte Russland erneut zu einer Abkehr von Präsident Assad auf. Dessen Regierung erlaubte laut den UN Hilfslieferungen in sieben belagerte Gebiete.

Die verstärkte russische Militärintervention in Syrien wird nach Ansicht von US-Präsident Barack Obama den Bürgerkrieg nicht stoppen. Obwohl die syrische Regierung mit Hilfe des russischen Militärs zuletzt Erfolge verbucht habe, seien drei Viertel des Landes nach wie vor unter Kontrolle anderer Kräfte. "Das wird nicht bald zu Ende gehen", sagte Obama. Für Präsident Wladimir Putin wäre es schlauer, dazu beizutragen, einen politischen Übergang in Syrien zu vermitteln, so der US-Präsident.

Aufruf zur Zusammenarbeit

Es gehe darum, die humanitäre Krise zu beenden, den Beschuss von Krankenhäusern und Schulen, den Strom von Flüchtlingen einzudämmen und Syrien nicht mehr zum sicheren Hafen für Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu machen.

Obama forderte Russland erneut zu einer Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten und weiteren Ländern auf, um eine politische Transformation in Syrien zu erwirken. Dabei gehe es "nicht um einen Wettbewerb zwischen Wladimir Putin und mir", sagte Obama.

UN bereiten Hilfskonvois vor

Unterdessen hat die syrische Regierung für sieben belagerte Gebiete in dem Bürgerkriegsland Hilfslieferungen genehmigt. UN-Sprecher Farhan Haq sagte, damit könnten dringend benötigte Güter nach Dair as-Saur sowie in Dörfer der Provinz Idlib und in ländliche Gegenden von Damaskus gebracht werden. Hilfsorganisationen seien bereits dabei, die Konvois vorzubereiten. Seinen Worten zufolge sollen sie in den kommenden Tagen losfahren. Wann genau die Güter die eingeschlossenen Menschen erreichen sollen, ist unklar.

Zu den sieben Gebieten gehören demnach auch die Dörfer Fua und Kfarja in Idlib sowie Madaja, Sabadani, Kfar Batna und Moadamijeh nahe Damaskus. Einige dieser Dörfer wie Madaja hatten bereits erste Hilfsgüter erhalten.

Die Hilfslieferungen für belagerte Gebiete gehören zu den Absprachen, die von 17 Nationen auf der Münchener Sicherheitskonferenz vergangene Woche getroffen worden waren. Die USA, Russland und die beteiligten Regionalmächte hatten sich Ende vergangener Woche auch auf eine Waffenruhe ab Ende dieser Woche geeinigt.

Obama glaubt nicht an ein Ende der Kämpfe
S. Fritz, ARD Washington
17.02.2016 04:05 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 17. Februar 2016 um 12:26 Uhr im Deutschlandfunk.

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