Joseph Dunford | Bildquelle: AP

Abschuss eines syrischen Kampfjets Pentagon bemüht sich um Deeskalation

Stand: 20.06.2017 04:28 Uhr

Die US-Regierung versucht nach dem Abschuss eines syrischen Kampfjets bei Rakka die Wogen zu glätten. Stabschef Dunford will verhindern, dass Russland den Kommunikationskanal zum US-Militär tatsächlich kappt. Auch das Weiße Haus warnt vor einer Eskalation.

Die USA bemühen sich darum, nach dem Abschuss eines syrischen Kampfjets die Spannungen mit Russland abzubauen. Stabschef Joseph Dunford sagte, es habe nach dem Vorfall im syrischen Luftraum bereits Kontakte nach Moskau gegeben. Nun gehe es darum, die Koordinierung mit Russland über den sogenannten Deeskalationszonen wiederherzustellen. Moskau hatte diese Zusammenarbeit zuvor aufgekündigt.

"Das Schlimmste, was wir jetzt tun könnten, ist, das überzubewerten", erklärte Dunford. Die USA und Russland seien in der Lage, direkte Feindseligkeiten in Syrien zu vermeiden. Auch der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, sagte, eine Eskalation helfe niemandem.

Russland droht USA mit Angriff in Syrien

Russland hatte nach dem Abschuss des syrischen Kampfjets durch die USA erklärt, es werde Flugzeuge der US-geführten Koalition in Syrien westlich des Euphrats nun als potenzielle Ziele behandeln. Der Kommunikationskanal zwischen den Militärs, der Zwischenfälle bei Einsätzen wie in Syrien verhindern soll, werde gekappt, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Außerdem verurteilte der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow den Abschuss als "Akt der Aggression".

Unterdessen setzte Australien wegen der russischen Drohungen seine Luftangriffe in Syrien aus. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, teilte das australische Verteidigungsministerium mit.

Zwei Versionen des Vorfalls

Russland ist die wichtigste Schutzmacht des syrischen Präsidenten Baschar Assad. Die USA führen ein internationales Bündnis zur Bekämpfung der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) an.

Die US-Luftwaffe hatte am Sonntag einen syrischen Jagdbomber vom Typ Suchoi Su-22 bei Gefechten um die IS-Hochburg Rakka in Nordsyrien abgeschossen. Das Pentagon erklärte, der Jet habe zuvor Bomben in der Nähe von verbündeten kurdischen Kämpfern der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) abgeworfen. Das SDF-Bündnis, dem neben Kurden auch arabische Verbände angehören, führt die Offensive auf Rakka mit Luftunterstützung der internationalen Koalition an.

Nach syrischen Angaben hatte die Su-22 nur IS-Stellungen angegriffen. Der Pilot sei nach dem Abschuss gerettet worden, hieß es aus syrischen Militärkreisen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 20. Juni 2017 um 03:00 Uhr.

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