Syrien Damaskus Deir al-Sor

Stellungen im Osten des Landes Syrische Medien melden US-geführte Angriffe

Stand: 24.05.2018 10:49 Uhr

Syrische Staatsmedien berichten von Luftangriffen auf Stellungen der Assad-Armee - ausgeführt von den USA und ihren Verbündeten. Das US-Militär hingegen erklärte, es habe keine Informationen über etwaige Angriffe.

Syrischen Staatsmedien zufolge soll die US-geführte Koalition mehrere Luftangriffe auf Stellungen der syrischen Armee geflogen haben. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldet unter Berufung auf Armeekreise, mehrere Militärposten im Osten des Landes seien in der Nacht getroffen worden. In dem Bericht ist von einer "Aggression durch Kampfflugzeuge der US-Koalition" die Rede. Demnach entstand Sachschaden.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte spricht hingegen von zwölf Toten. Bei den Opfern soll es sich um Kämpfer aus dem Ausland halten. Die syrische Regierung von Präsident Baschar al-Assad setzt in ihrem Kampf gegen Rebellen und die Terrormiliz "Islamischer Staat" stark auf Unterstützung der libanesischen Hisbollah-Miliz und regionalen Milizen, die vom Iran organisiert werden.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Sie bezeichnet sich als unabhängig. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Keine Bestätigung des US-Militärs

Das US-Militär bestätigte die Angriffe nicht: "Wir haben keine Meldungen über einen Angriff der US-geführten Koalition gegen Ziele oder Kräfte, die mit dem syrischen Regime in Verbindung stehen", sagte Bill Urban, Sprecher des US-Zentralkommandos der Nachrichtenagentur Reuters. Auch ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, keine Informationen über einen etwaigen Angriff zu haben.

Die betroffenen Militärposten liegen der Agentur Sana zufolge zwischen Albu Kamal und Hmeimeh in der ostsyrischen Provinz Deir al-Sor. Dort gehen die von Russland unterstützten syrischen Truppen sowie die US-geführte Militärkoalition in unterschiedlichen Offensiven gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) vor. Eine im vergangenen Jahr eingeführte Trennlinie entlang des Euphrat-Flusses soll beide Seiten daran hindern, sich in die Quere zu kommen. Die syrischen Truppen sind westlich des Flusses, die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) östlich des Flusses stationiert.

Vergeltung für mutmaßlichen Giftgasangriff

Mitte April hatten die USA, Großbritannien und Frankreich als Vergeltung für einen mutmaßlichen Giftgasangriff bei Damaskus mehr als 100 Marschflugkörper auf mindestens drei Ziele abgefeuert. Die Staaten machen Machthaber Bashar al-Assad für den Gasangriff am 7. April in der Stadt Duma verantwortlich. Die syrische und die russische Regierung weisen das zurück.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Mai 2018 um 04:57 Uhr.

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