Ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee bezieht einen Beobachtungsposten im südwestlichen Teil der syrischen Region Afrin. | Bildquelle: AFP

Türkische Offensive gegen Kurden Auf Luftangriffe folgen Bodentruppen

Stand: 21.01.2018 12:41 Uhr

Die Türkei setzt ihre angekündigte Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG fort: Nach Angriffen aus der Luft, rücken nun Bodentruppen in das syrische Grenzgebiet Afrin vor.

Von Christian Buttkereit, ARD-Studio Istanbul

Weithin waren die Einschläge türkischer Geschütze im Nachbarland Syrien zu hören. Die Angriffe erfolgten von türkischem Boden oder aus der Luft. Die meisten der anvisierten Ziele seien getroffen worden, meldete der türkische Generalstab. Mindestens zehn Menschen seien getötet worden, teilten die syrischen Kurden mit, darunter sieben Zivilisten.

Umgekehrt trafen mindestens vier Raketen türkische Wohngebiete in der Grenzregion Kilis. Dabei wurde nach offiziellen türkischen Angaben eine Frau leicht verletzt.  

Türkische Truppen beginnen Bodenoffensive gegen kurdische Enklave Afrin
tagesschau 20:00 Uhr, 21.01.2018, Daniel Hechler, ARD Kario

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Panzer rollen über Grenze nach Syrien

Bereits in der Nacht waren Panzer über die syrische Grenze gefahren. Am Vormittag begann dann die Bodenoffensive, wie sie Ministerpräsident Binali Yildirm angekündigt hatte. Yildirim sprach gestern von einer 30 Kilometer breiten Sicherheitszone, die die Türkei in Syrien erobern wolle.

Neben türkischen Soldaten würden auch Einheiten der Freien Syrischen Armee - Rebellen, die von der Türkei unterstützt werden - Teil dieser Operation sein. Kämpfer der Freien Syrischen Armee wurden in Bussen und ihre Pick-Up-Fahrzeugen von der Türkei aus nach Syrien gebracht. Bei vielen von ihnen soll es sich um syrische Turkmenen handeln, die seit jeher eine enge Verbindung zur Türkei unterhalten und sich vom Assad-Regime unterdrückt fühlten.

Keine Kontrolle durch "Terrorgruppen"

Die "Operation Olivenzweig" gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG ist eine Reaktion auf die Pläne der USA, entlang der syrischen Nordgrenze eine 30.000 Mann starke, kurdisch dominierte Truppe aufzustellen.

Doch die Türkei sieht in den kurdischen Bündnispartnern der Amerikaner eine Gefahr für die eigene Sicherheit, erklärt Huseyin Bagci, Professor für Internationale Beziehungen an der Technische Universität des Nahen Ostens in Ankara: "Die YPG, beziehungsweise die kurdischen Gruppen dort, haben Verbindungen zur PKK. Die türkische Regierung verbreitet seit einigen Tagen den Standpunkt, die türkische Grenze darf nicht von Terrorgruppen kontrolliert werden. Von einem nationalen Standpunkt aus betrachtet, kann man das verstehen."

Absprachen mit Moskau?

Von der gut 900 Kilometer langen türkisch-syrischen Grenze befinden sich rund 700 Kilometer fast durchgehend im Einflussgebiet der Kurden. Lediglich die Region um Afrin im Nordwesten ist von dem kurdischen Riegel abgespalten. Deshalb sei ein Erfolg der türkischen Offensive hier nicht unwahrscheinlich, meint Oytun Orhan, vom Zentrum für strategische Studien im Mittleren Osten in Ankara: "In der Gegend um Afrin sieht die Türkei realistische Chancen. Sie ist isoliert und verletzlicher als andere Gebiete. Dank der Kooperationsbereitschaft der Russen, kann die Offensive hier mit den Russen und Iranern abgestimmt werden."

Tatsächlich gab es offenbar Absprachen zwischen dem türkischen Generalstab und Moskau. Kurz vor Beginn der Offensive zogen sich russische Soldaten aus Afrin zurück.

Türkei Beginnt Bodenoffensive in Nordsyrien
Christian Buttkereit, ARD Istanbul
21.01.2018 12:01 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 20. Januar 2018 um 23:15 Uhr.

Darstellung: